OpenAI erlaubt Werbekunden in den USA, Kampagnen direkt in ChatGPT zu buchen.
In Kürze
- Keine Mindestausgabe
- CPC ergänzt CPM
- Tracking & Datenschutzfragen
OpenAI hat in den USA eine Beta seines neuen „Ads Manager“ gestartet — werbetreibende können ihre Kampagnen künftig direkt in ChatGPT buchen und verwalten. Das ist ein großer Schritt weg vom bisherigen Modell, das nur eine kleine, direkt betreute Pilotgruppe mit hohen Einstiegshürden zuließ.
Was du jetzt direkt selbst machen kannst
Werbekunden in den USA können jetzt direkt über die ChatGPT‑Oberfläche Aktionen durchführen. Konkret können sie:
- sich registrieren
- Budgets und Gebote festlegen
- Anzeigen hochladen
- Kampagnen unmittelbar in der ChatGPT‑Oberfläche steuern
Die bisherige Hürde von mindestens 50.000 US‑Dollar entfällt, wie OpenAI mitteilt. Laut Asad Awan, dem Leiter für Monetarisierung, soll die Abschaffung des Mindestbetrags die Plattform auch für kleinere Werbekunden öffnen.
Neue Abrechnungsoption: CPC neben CPM
Bisher setzte OpenAI auf CPM (Kosten pro 1.000 Impressionen). Neu hinzugefügt wurde CPC — also Bezahlung pro Klick. Werbetreibende können damit gezielter auf Interaktion zahlen statt nur auf Sichtkontakte.
Tracking und Messbarkeit
OpenAI bietet für Kampagnen Tracking‑Tools an, darunter:
- Conversions‑API für serverseitige Ereignisübermittlung
- pixel‑basiertes Tracking, das auf Webseiten platziert wird
Damit lassen sich Aktionen wie Käufe, Anmeldungen oder Lead‑Generierung nach einer Anzeigen‑Interaktion nachvollziehen.
Partnerschaften und Auslieferung
OpenAI arbeitet mit großen Agenturnetzwerken und Ad‑Tech‑Firmen zusammen. Zu den Partnern gehören:
- Agenturnetzwerke:
- Dentsu, Omnicom, Publicis, WPP
- Ad‑Tech‑Firmen:
- Adobe, Criteo, Kargo, Pacvue, StackAdapt
Über diese Partner können Werbetreibende Anzeigen aus ihren bestehenden Tools buchen — die Auslieferung der Anzeigen kontrolliert jedoch OpenAI.
Datenschutz und Unabhängigkeit der Antworten
OpenAI betont, dass Werbepartner nur aggregierte Daten erhalten und keine Inhalte einzelner Konversationen. Zudem stehen in den Werbeprinzipien Hinweise, dass die Antworten von ChatGPT unabhängig bleiben sollen und Anzeigen das „core organic model“ nicht beeinflussen. Konkrete Belege dafür hat OpenAI bislang nicht veröffentlicht.
Kritische Stimmen
Kritiker sehen dennoch ein mögliches Spannungsfeld: Eine klickbasierte Abrechnung setze stärkere Anreize, Anzeigen genau dort zu platzieren, wo Nutzer Kaufentscheidungen vorbereiten — also potenziell in denselben Dialogen, in denen das Modell ohne Werbung Empfehlungen gibt. Das führt zu Fragen, wie strikt die Trennung zwischen redaktionalen Antworten und Werbeplatzierungen wirklich gehalten wird.
Finanzielle Zielmarken
OpenAI hat große Umsatzziele: Axios nennt für dieses Jahr 2,5 Milliarden US‑Dollar Werbeumsatz und langfristig 100 Milliarden bis 2030. Reuters berichtete, der US‑Pilot habe nach sechs Wochen einen annualisierten Umsatz von über 100 Millionen US‑Dollar erzielt.
Mit dem Ads Manager öffnet OpenAI seine Plattform deutlich weiter — werbetreibende können jetzt einfacher einsteigen, messen und zwischen Abrechnungsmodellen wählen. Wie sich das Angebot in der Praxis auswirkt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.
Quellen
- Quelle: OpenAI
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




