Studios klagen Midjourney wegen KI‑Bildern.
In Kürze
- Behauptung: Kopie geschützter Figuren
- Midjourney: Training fällt unter Fair Use; fordert umfassende Beweise
- Strittig: Offenlegung interner Prompts und Unterlagen
Studios verklagen Midjourney wegen Bild-KI
Kern des Rechtsstreits
Disney, Universal — und später auch Warner Bros. — haben Midjourney verklagt, weil die Bild-KI offenbar in der Lage ist, geschützte Figuren wie Bart Simpson oder Darth Vader zu erzeugen. Midjourney antwortet, das Training seiner Modelle mit solchen Bildern sei durch „Fair Use“ gedeckt. Jetzt dreht sich der Streit im Gericht vor allem um Beweise: Welche internen Unterlagen der Studios müssen sie offenlegen?
Hintergrund
Der Hintergrund ist simpel: Die Studios behaupten, Midjourney kopiere geschützte Charaktere und verbreite daraus abgeleitete Werke. Midjourney weist das zurück und beruft sich auf zulässiges Training der Modelle. Nachdem die Klagen eingereicht wurden, begann die übliche Phase der Beweiserhebung (Discovery) — und dort entzündet sich der aktuelle Konflikt.
Beweiserhebung (Discovery) und Richterentscheidung
Ein Richter hatte bereits angeordnet, dass die Studios Unterlagen herausgeben müssen, aber mit einer Einschränkung: Nur Dokumente zu Fällen, in denen die KI-Nutzung zu öffentlich sichtbaren, also kundenorientierten, Bildern oder Videos geführt hat. Midjourney fordert nun, diese Begrenzung aufzuheben. Das Unternehmen argumentiert, Studios könnten andernfalls gezielt nur solche Belege vorlegen, die ihre Schadenbehauptungen stützen, und gleichzeitig interne Dokumente zurückhalten, die Midjourney entlasten würden.
Midjourney-Forderungen
Konkret behauptet Midjourney, die Studios könnten intern selbst Bild‑KI einsetzen — etwa für Storyboards oder Ideenentwicklung — und dabei ebenfalls mit nicht lizenziertem Material arbeiten. Solche Vorgänge würden zeigen, dass bestimmte Praktiken branchenweit angewendet werden und könnten für die Verteidigung relevant sein. Außerdem verlangt Midjourney Einsicht in alle Prompts, also die Texteingaben, die Studios in Midjourney benutzt haben sollen, sowie in die daraus entstandenen Bilder.
- Einsicht in alle Prompts, also die Texteingaben, die Studios in Midjourney benutzt haben sollen
- Einsicht in die daraus entstandenen Bilder
Verteidigung der Studios
Die Studios wehren sich. Ihr Hauptanwalt David Singer bezeichnete die Forderung als „fishing expedition“ — eine breit angelegte Suche ohne klaren Fokus. Er betonte, es gehe ihnen nicht darum, KI generell zu verbieten oder Midjourney vom Markt zu nehmen, sondern darum, dass ihre Filme und Serien nicht kopiert, öffentlich verbreitet oder als unerlaubte abgeleitete Werke mit ihren bekannten Figuren verwertet werden.
Worum es jetzt geht
Damit geht es jetzt weniger um technische Details der KI als um die Frage, ob interne Praktiken der Studios selbst offengelegt werden müssen — und ob diese Unterlagen Midjourney in der Verteidigung gegen die Urheberrechtsvorwürfe helfen dürfen. Das Verfahren läuft weiter.
Quellen
- Quelle: Midjourney / Disney / Universal / Warner Bros.
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




