Particle wandelt seinen Newsreader in Radar: eine Such‑API, die Podcasts versteht, Zitate zieht und Alerts liefert.
In Kürze
- 130.000+ transkribierte Podcasts, 20.000 neue Episoden/Tag
- Sprecherkennzeichnung, Entitätserkennung, Zitat‑Clips
- API‑Kunden: Hedgefonds, Medien, KI‑Dienste; Preise ab $29/Monat
Particle, ein Startup von ehemaligen Twitter‑Ingenieuren, verlagert seinen Fokus: Aus einer KI‑Newsreader‑App wird Radar — eine Suchmaschine, die Podcasts nicht nur transkribiert, sondern den Inhalt versteht und daraus Zitate und Highlights zieht.
Warum das überrascht:
Viele KI‑Agenten und Suchdienste arbeiten primär mit Text. Audio bleibt unsichtbar, solange niemand es in Text umwandelt. Radar schließt diese Lücke, indem es Gesprächsinhalte so aufbereitet, dass automatisierte Systeme sie direkt durchsuchen und nutzen können.
Wie die Idee entstand
Das Feature stammt aus Particles Newsreader‑App, die bereits interessante Podcast‑Clips neben Nachrichten anzeigte. Aus diesem Modul wurde die Entscheidung, es als eigenständige, programmierbare Schnittstelle anzubieten — also eine API, über die andere Dienste auf die Podcast‑Intelligenz zugreifen können.
Größe und Reichweite
Radar hat mehr als 130.000 Podcasts transkribiert und beansprucht damit den größten Korpus dieser Art. Abgedeckt sind alle Apple‑Top‑200‑Podcasts in 135 Kategorien; täglich kommen etwa 20.000 neue Episoden dazu. Damit ist das System auf Aktualität und Breite ausgelegt.
Was Radar technisch leistet
- Vollständige Transkripte mit Sprecherkennzeichnung und umfangreichen Metadaten (Wer spricht? Welche Marken, Personen oder Themen tauchen auf?).
- Erkennung von Entitäten — also Personen, Firmen, Marken, Produkte und Themen — und Tracking ihrer Erwähnungen über Podcasts hinweg.
- Automatische Alerts bei Erwähnungen, konfigurierbar in Echtzeit oder als Tages‑/Wochen‑Zusammenfassung, ausgeliefert per E‑Mail, Slack oder Webhook.
- Extrahierte, eigenständige Audioclips mit Zeitstempeln: Du kannst Zitate anhören oder nachlesen, ohne die ganze Episode zu durchforsten.
- Zusatzdaten wie Hörerbewertungen, Anzeigen in Episoden, Werbeauftritte einzelner Firmen über die Zeit (dedizierte Podcast‑Ads‑Suche), Tools zur Analyse politischer Bias, Chart‑Rankings, Schätzungen zur Publikumgröße, Sponsoring‑Daten und Brand‑Suitability‑Checks.
Kundensegmente und Geschäftsmodell
Laut CEO Sara Beykpour kommen die volumenstärksten Kunden aus dem Hedgefonds‑Umfeld, die über die API datenintensive Abfragen durchführen. Weitere Nutzer sind AI‑Suchplattformen, Datenhändler, Journalist:innen und Forscher:innen. Namentlich genannt wird Exa, ein Such‑API‑Anbieter für KI‑Agenten, als Partner. Obwohl Radar über eine Weboberfläche zugänglich ist, liegt der Produktkern in der API und dem sogenannten MCP — Schnittstellen, mit denen Firmen und Agenten Podcast‑Intelligenz programmgesteuert einbinden.
Preise
Radar kostet 29 USD pro Monat und Sitzplatz; für Teams gibt es einen Businessplan für 399 USD/Monat mit 20 Sitzen. Die API‑Nutzung wird individuell berechnet.
Ausblick
Particle plant, Radar auf weitere Audio‑Formate auszuweiten, etwa YouTube‑Videos und kurze Nachrichtenclips. Das Ziel: noch mehr Audioinhalte so aufzubereiten, dass sie automatisiert durchsucht und ausgewertet werden können.
Quellen
- Quelle: Particle / Radar
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




