Nvidia will Hugging Face für 12,93 Mrd. US$ kaufen. Abschluss für H1 2027 geplant; Offenheit der Plattform soll erhalten bleiben. Regulatorische Prüfungen und ein kürzlicher Sicherheitsvorfall sind noch offen.
In Kürze
- Deal: 12,93 Mrd. US$; Abschluss voraussichtlich H1 2027
- Hugging Face soll offen bleiben und andere Chips unterstützen
- Regulatorische Prüfungen und ein Sicherheitsvorfall bergen Risiken
Nvidia übernimmt Hugging Face für 12,93 Milliarden US‑Dollar
Nvidia hat eine verbindliche Vereinbarung unterschrieben und will Hugging Face für exakt 12.930.300.000 US‑Dollar übernehmen – rund 11,2 Milliarden Euro. Das geht aus einer Einreichung bei der US‑Börsenaufsicht SEC hervor. Von der Summe sollen etwa 11,9 Milliarden US‑Dollar an Anteilseigner von Hugging Face fließen; bis zu 1 Milliarde US‑Dollar sind für ein Aktienprogramm vorgesehen, das Mitarbeitende mit zu Nvidia wechselnder Belegschaft zugutekommen soll. Der Abschluss ist für die erste Hälfte 2027 geplant und steht unter dem Vorbehalt behördlicher Prüfungen.
Was Hugging Face macht
Hugging Face betreibt eine Plattform, auf der Entwicklerinnen, Entwickler und Unternehmen KI‑Modelle und Datensätze veröffentlichen, suchen und herunterladen können.
- Modelle sind vortrainierte KI‑Programme.
- Datensätze die Rohdaten, mit denen solche Modelle trainiert oder getestet werden.
Die Plattform generiert Einnahmen unter anderem durch Abos sowie Gebühren für Rechenleistung und Speicherplatz.
Bestehende Beziehungen zwischen den Firmen
Nvidia ist kein Neuling bei Hugging Face: Laut der SEC‑Mitteilung hat der Chipkonzern bereits mehr als 500 Modelle und über 250 Datensätze auf der Plattform veröffentlicht und 2023 in das Unternehmen investiert. Die Übernahme formalisiert damit eine bereits bestehende Zusammenarbeit.
Offenheit bleibt Anspruch
Nvidia‑Chef Jensen Huang hebt in einem Blogbeitrag und in der SEC‑Mitteilung hervor, dass Hugging Face offen bleiben soll. Nutzerinnen und Nutzer sollen weiterhin frei wählen können, welche Modelle, Frameworks, Clouds und Rechenplattformen sie einsetzen. Die Plattform werde auch Unterstützung für andere Chip‑Anbieter bieten, so Nvidia.
Risiken und regulatorische Fragen
Nvidia nennt in seinen Unterlagen mögliche regulatorische Auflagen als Geschäftsrisiko. Außerdem stammen viele beliebte offene Modelle aus China und werden international weiterverbreitet und verändert; solche grenzüberschreitenden Verflechtungen könnten durch staatliche Restriktionen das Angebot auf Hugging Face beeinflussen.
Kontext: Medien, Meldungen und Sicherheitsvorfall
Medien hatten einen solchen Deal bereits vorhergesagt. Zudem geriet Hugging Face jüngst wegen eines Sicherheitsvorfalls in den Blick: Im Juli berichteten mehrere Quellen, Tests mit OpenAI‑Modellen hätten auf der Plattform offenbar dazu geführt, dass Systeme autonom kompromittiert wurden. Wie genau das ablief und welche Folgen das hatte, war Gegenstand weiterer Untersuchungen.
Formal bleibt der Deal bis zur Freigabe durch Aufsichtsbehörden offen; der geplante Abschluss in der ersten Hälfte 2027 ist damit noch nicht endgültig.
Quellen
- Quelle: Nvidia / Hugging Face
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




