DeepL überträgt nicht nur Worte, sondern auch Tonfall, Rhythmus und Emotionen in Echtzeit.
In Kürze
- Stimmbeibehaltung in 12 Sprachen
- Desktop‑App erkennt Zoom, Teams, Meet
- API für Firmenintegration
DeepL erweitert seine Live-Übersetzungen: Stimmen sollen ihren eigenen Klang behalten
DeepL hat seine Echtzeit-Übersetzungstechnik DeepL Voice ausgebaut. Neu ist eine Funktion, die nicht nur Worte überträgt, sondern auch den individuellen Klang einer Stimme –
- Tonfall
- Rhythmus
- Sprechtempo
- Betonung
- Zögern
- sogar Emotionen
DeepL betont, dass das in Echtzeit passiert und ohne Speicherung vorheriger Sprachproben oder das Anlegen von Nutzerprofilen.
Was passiert technisch
Statt einer generischen Computerstimme bleibt bei der Übersetzung die jeweilige Sprechweise erkennbar. Fragen, Begeisterung oder Dringlichkeit sollen so unverfälscht rüberkommen. Die neue Option heißt „Sprachbeibehaltung“ und startet in zwölf Sprachen; weitere sollen folgen. Nutzer können die Funktion bereits ausprobieren.
Wo du das nutzen kannst
DeepL nennt folgende Einsatzorte:
- Online-Meetings
- persönliche Gespräche
- die DeepL API for Voice (Schnittstelle zur Integration in eigene Software)
Für Windows und Mac gibt es außerdem eine neue Voice-Desktop-App, die folgende Plattformen automatisch erkennt:
- Zoom
- Microsoft Teams
- Google Meet
In der App kannst du:
- übersetzte Untertitel lesen
- die übersetzte Stimme hören
- oder beides kombinieren
Verfügbarkeit und Status
Die Voice-to-Voice-Übersetzung für Meetings über die Desktop-App ist allgemein verfügbar. Eine browserbasierte Voice-to-Voice-Lösung, mit der externe Teilnehmer direkt aus dem Browser mit übersetzten Stimmen teilnehmen könnten, befindet sich noch in der Beta-Phase.
Hintergrund und strategische Ausrichtung
Die Erweiterung baut auf DeepL Voice auf, das vor knapp zwei Jahren eingeführt wurde. CEO Jarek Kutylowski kommentiert, DeepL sei im Wettbewerb mit großen Anbietern wie Google oder Microsoft/OpenAI gut aufgestellt. Die Firma richtet ihren Fokus verstärkt auf Firmenkunden: DeepL will nicht nur einzelne E-Mails oder Meetings übersetzen, sondern Unternehmen dabei helfen, Dokumente und gesprochene Inhalte einheitlich zu behandeln und unternehmensspezifische Begriffe konsistent zu übernehmen.
Umstrukturierung und KI-Plan
Im Mai hat DeepL etwa 250 Stellen abgebaut, rund ein Viertel der Belegschaft. Das Unternehmen bezeichnet die Maßnahme als strukturelle Entscheidung, um KI stärker in alle Arbeitsabläufe zu integrieren. Parallel stellte DeepL einen KI-Agenten für Firmen vor, der Aufgaben in Bereichen wie:
- Finanzen
- Vertrieb
- Kundenservice
übernehmen kann. Kutylowski sagt, die Maßnahmen hätten DeepL robuster gemacht; das Unternehmen sei in mehreren Ländern wieder aktiv beim Einstellen von Personal.
Quellen
- Quelle: DeepL
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




