Deepfake‑Flut auf Telegram: Pro‑kremliche Clips manipulieren ukrainische Abgeordnete

27.08.2026 | Allgemein, KI

Pro‑kremliche Telegram‑Kanäle verbreiten manipulierte Deepfake‑Videos ukrainischer Abgeordneter.

In Kürze

  • Clips zeigen Levus und Yunakov in ungewohnter Rolle
  • Unnatürliches Blinzeln, monotone Stimme, Lippen‑Sync passt nicht
  • 130.000 Aufrufe; KI erleichtert Propaganda und schadet Vertrauen

Laut dem Medienüberwachungsdienst NewsGuard sind pro‑kremlische Telegram‑Kanäle dafür verantwortlich, manipulierte Deepfake‑Videos verbreitet zu haben, die zwei ukrainische Abgeordnete in einem für sie untypischen Licht zeigen. Dem Bericht zufolge wirken Andriy Levus (ehemaliger Vizechef des ukrainischen Sicherheitsdienstes) und Ivan Yunakov (Abgeordneter aus der Partei von Wolodymyr Selenskyj) in den Clips so, als würden sie den Krieg beklagen und zu Friedensverhandlungen aufrufen beziehungsweise über Gebietsverluste klagen.

Die Videos tragen typische Kennzeichen künstlicher Manipulation:

  • unnatürliches Blinzeln
  • eine monotone Stimme
  • fehlende Mimik

Bei genauerem Hinsehen passt die Lippenbewegung nicht immer exakt zur Tonspur — ein Hinweis darauf, dass Bild- und Tonspuren getrennt erzeugt oder montiert wurden. Deepfakes bezeichnen solche mit Künstlicher Intelligenz erstellten Fälschungen von Bild und Ton, die Personen glaubwürdig auftreten lassen, obwohl sie das Gesagte nie geäußert haben.

Binnen zwei Wochen sammelten die aktuellen Clips laut NewsGuard rund 130.000 Aufrufe. Schon 2022 war ein ähnliches, technisch schlechteres Deepfake von Präsident Selenskyj aufgetaucht, in dem er angeblich zur Kapitulation aufruft. Experten gehen davon aus, dass viele manipulierte Videos unentdeckt bleiben und sich daher weiter verbreiten.

NewsGuard hebt einen Doppelten Effekt hervor:

  1. Es geht nicht nur um die unmittelbare Falschinformation, sondern auch um den langfristigen Schaden fürs Vertrauen in öffentliche Informationen. Selbst wenn einzelne Videos entlarvt werden, könne damit Misstrauen gegenüber echten Quellen geschürt und die demokratische Meinungsbildung beeinträchtigt werden.
  2. Außerdem, so die Beobachter, mache KI das Erstellen und Skalieren solcher Propaganda deutlich einfacher — ein Risiko für die Informationslage in Konfliktzeiten.

Quellen

  • Quelle: Telegram / NewsGuard
  • Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
  • Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.

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