Nach Ablauf des Ultimatums sind weitere Daten aus dem Berliner Behörden-Hack im Darknet veröffentlicht worden. KI soll vorab Gefährdungspotenziale filtern, während forensische Spurensuche läuft.
In Kürze
- Insgesamt rund 1,3 Mio. Dateien geleakt
- Berlin zahlte kein Lösegeld (30 BTC gefordert)
- KI-gestützte Voranalyse soll kritische Fälle priorisieren
Nach Ablauf eines Ultimatums haben die Angreifer hinter dem Darknet-Leak weitere Daten aus dem Berliner Behörden-Hack veröffentlicht.
Berlins Chief Digital Officer Florian Hauer sprach in der Nacht von Samstag auf Sonntag von zusätzlichen rund 550.000–560.000 Dateien; damit liegt die Gesamtzahl jetzt bei etwa 1,3 Millionen Dateien.
Die Regierung in Berlin hatte das geforderte Lösegeld nicht bezahlt. Die Täter hatten 30 Bitcoins gefordert, das sind nach aktuellen Kursen ungefähr 2 Millionen Euro. Staatssekretär Alexander Slotty sagte, wo und wie der Angriff genau begonnen hat, sei weiterhin unklar — die Spur ist also noch nicht restlos rekonstruiert.
Vor einer Prüfung steht nun die Frage, welche konkreten Informationen in den veröffentlichten Dateien stecken. Viele der Dateien enthalten mehrere Dokumente, sodass eine manuelle Sichtung allein zu langsam wäre. Deshalb sollen KI-gestützte Werkzeuge die Daten vorab automatisiert kategorisieren und nach Risikopotenzial sortieren. Dadurch sollen vorderhand die wahrscheinlich kritischsten Fälle geprüft werden.
Zur Tätergruppe
Hinter dem Leak steht nach bisherigen Erkenntnissen die Gruppe Rhysida. Sicherheitsbehörden sehen bei ihr häufig den Einsatz von Phishing-E-Mails — also betrügerischen Nachrichten, die Empfänger zum Anklicken von Links bringen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ergänzte jedoch, dass in einem dokumentierten Fall ein Mitarbeiter durch das Öffnen des Windows-Terminals aktiv eingewirkt haben soll. Dem BSI zufolge war das über ein gefälschtes Captcha auf einer bösartigen Webseite verschleiert. Damit gibt es unterschiedliche Angaben zur genauen Angriffsmethode.
Die Ermittler
Die Ermittler stehen vor zwei zentralen Aufgaben:
- die automatisierte Voranalyse und Priorisierung der großen Datenmenge,
- die forensische Klärung des Einstiegspunkts und des Angriffsablaufs.
Bis diese Arbeit abgeschlossen ist, sind viele Details noch offen.
Kurz gesagt: Mehr Daten sind veröffentlicht worden, Berlin hat nicht gezahlt, und nun sollen Menschen und KI-Tools gemeinsam klären, was in den 1,3 Millionen Dateien steckt — während die genaue Angriffsmethode weiterhin untersucht wird.
Quellen
- Quelle: Land Berlin
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




