Auf der IFA zeigten Mähroboter neue Lösungen gegen Igel-Unfälle, für saubere Rasenkanten und zum Aufräumen.
In Kürze
- Ausfahrbares Mähdeck für präzise Kantenschnitte
- Wärme- und ToF-Sensoren sollen Igel nachts erkennen
- Greifarme und Wechselmodule für Aufräumfunktionen
Auf der IFA 2026 drehten sich die Mähroboter-Neuvorstellungen um zwei ganz konkrete Probleme: nächtliche Unfälle mit Igeln und ein sauberer Rasenkanten-Schnitt. Außerdem zeigten mehrere Hersteller Prototypen, die mehr können sollen als nur Rasen mähen — sie räumen auf.
Segway Navimow H5 Pro: saubere Kante, durchdachte Mechanik
Segway setzte bei seinem H5 Pro auf ein ausfahrbares Mähteller-System: Eine Schiebetür öffnet, ein Mähteller schiebt sich auf Schienen etwa 8 cm über das Gehäuse hinaus und schneidet direkt an der Kante. Rollen an der Außenkante und eine bewegliche Lagerung sollen Abrieb und unsaubere Schnitte bei Remplern oder unebenem Gelände verhindern. Laut Hersteller entfällt damit der laute Fadentrimmer; die Betriebslautstärke liegt bei angegebenen 58 dB. Zur Sicherheit stoppen Kameras und Lasersensoren das Mähwerk bei Menschen oder Tieren; zusätzlich gibt es einen Infrarot-/Wärmesensor, der nachts etwa Igel erkennen und Ausweichmanöver auslösen soll. Ausfahrbares Mähdeck und Wärmesensor sind serienmäßig, teilt Segway mit.
Seitliche Faden-Trimmer: kompakt, aber lauter
Andere Hersteller verfolgen einen einfacheren Weg: Seitlich angebrachte, rotierende Plastikfäden (Kantentrimmer) bearbeiten Fläche und Rand gleichzeitig. Beispiele auf der Messe waren:
- Anker Eufy S2 Max
- Dreame A4 AWD Pro mit einklappbaren Trimmerköpfen
- Mammotion bietet für den Luba 4 optional einen Heckarm, der nach rechts ausschwenkt; Mammotion hat dem Luba 4 zusätzlich Rückwärtsmähen beigebracht, damit Ecken besser erreicht werden; zwei Heckkameras überwachen dabei Hindernisse.
Dreame kombiniert Infrarot- und ToF-Sensoren (ToF misst Entfernungen anhand der Lichtlaufzeit), wobei auf der Messe offen blieb, ob Wärmesignaturen zuverlässig Lebewesen von anderen Hindernissen unterscheiden.
Greifarme und Aufräumfunktionen: Mäher als Multifunktionshelfer
Mova und Sunseeker präsentierten Greifarm-Konzepte mit wechselbaren Werkzeugköpfen: Vorgesehen sind Module zum
- Aufsammeln von Fallobst
- Entfernen kleiner Äste
- Bewässerungsdüse
Mova zeigte ein Demo-Modell mit Greifarm, Sunseeker stattete sein S7 mit einem Steckplatz an der Flanke aus, in den Trimmer oder Greifarm passen. Auf der Messe hob der S7 mit einer Zwei-Finger-Zange einen Bauklotz und transportierte ihn demonstrativ. Sunseeker bietet optional eine Wärmebildkamera als zusätzlichen Igelschutz an.
Verfügbarkeit und Preise
Sunseeker plant die Auslieferung des S7 (mit Trimmerarm und Kamera) ab Februar 2027; der Greifarm könnte später in der Saison folgen. Basispreis schätzt der Hersteller auf rund 2.000 Euro, Zubehör soll jeweils ein paar hundert Euro kosten. Segway Navimow, Mammotion, Dreame, Mova und Anker Eufy kündigten Marktstarts für das Frühjahr an; die größeren, allradgetriebenen, mit vielen Sensoren ausgestatteten Modelle dürften sich je nach Ausstattung um etwa 3.000 Euro bewegen.
Was die Messe zeigte
Die vorgestellten Konzepte setzen entweder auf leise, ausfahrbare Mähwerke, die sehr nahe an die Kante schneiden, oder auf externe Trimmerarme, die Fläche und Rand gleichzeitig bearbeiten. Ergänzend bringen Greifarme die Idee von Mährobotern als multifunktionale Gartenhelfer ins Spiel. Gegenüberstellungen auf der Messe machten die üblichen Abwägungen deutlich: lautere Trimmer gegen kompaktere, flexible Bauweisen und höhere Preise für umfangreich sensorintegrierte Geräte. Wie sich das Angebot in der Praxis bewährt und welche Lösungen sich durchsetzen, werden die kommenden Monate zeigen.
Quellen
- Quelle: Segway Navimow / Mammotion / Dreame / Mova / Sunseeker / Anker Eufy
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




