Anwalt zu 5.000 USD Geldstrafe verurteilt nach ChatGPT‑Fehlinformationen

12.09.2026 | Allgemein, KI

Anwalt in New Mexico mit 5.000 USD Strafe belegt wegen KI‑generierter, fehlerhafter Berufungsbegründung.

In Kürze

  • Schriftsatz enthielt fingierte Zeugenaussagen und falsche Details
  • Richterin warnt vor «AI‑Halluzinationen» bei Anwälten
  • Fall reiht sich in mehrere ähnliche Gerichtsverstöße ein

Das Oberste Gericht von New Mexico hat den Anwalt Stephen Aarons wegen Missachtung des Gerichts zu einer Geldstrafe von 5.000 US‑Dollar verurteilt.

Hintergrund

In einer Berufungsbegründung hatte Aarons ein Schriftsatz eingereicht, der offenbar starke Teile aus einer KI‑Quelle enthielt — darunter erfundene Zeugenaussagen und falsche Angaben zur Polizeiaussage.

Aarons hatte bereits bei einer Anhörung im August eingeräumt, ChatGPT benutzt zu haben, und gesagt, er vertraue darauf, dass das System eine „bulletproof summary“ liefere. Richterin C. Shannon Bacon reagierte scharf: „Counsel, do you watch the news? … Because the problem with lawyers relying on AI hallucinations is an above‑the‑fold story every single day.“ Mit „AI‑Halluzinationen“ meint das Gericht die von KI‑Systemen erzeugten, aber nicht zutreffenden Informationen.

Der beanstandete Schriftsatz enthielt laut Gericht unter anderem frei erfundene Zeugenaussagen sowie falsche Beschreibungen zur Kleidung und zum Aussehen des mutmaßlichen Schützen. In der veröffentlichten Gerichtsakte heißt es, Aarons habe es versäumt, „die Sachbehauptungen und die rechtlichen Grundlagen in seinem KI‑generierten Schriftsatz zu überprüfen.“ Deshalb befand das Gericht sein Verhalten als Missachtung des Gerichts und verhängte die Geldstrafe.

Der Fall reiht sich ein in eine Reihe ähnlicher Vorfälle: Das Gericht bezeichnete das Problem als wachsend, je mehr Anwälte KI‑Tools nutzen. Im vergangenen Jahr wurden demnach zwei Kanzleien gerügt, weil sie zahlreiche falsche Rechtszitate eingereicht hatten. Auch die Anwälte des MyPillow‑Gründers Mike Lindell wurden bereits bestraft, weil sie KI‑generierte Fehlzitate und fingierte Zitierungen verwendet hatten.

Aarons sagte gegenüber Reuters, er sei reumütig und hoffe, das Disziplinargremium berücksichtige, dass es sich um einen ehrlichen Fehler gehandelt habe.

Quellen

  • Quelle: New Mexico Supreme Court
  • Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
  • Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.

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