Anthropic verbietet in den AGB Zugriff für „chinesisch kontrollierte“ Firmen auf Claude Code – Konzerne nutzen Cloud, Auslandstöchter und VPNs, um weiterzuarbeiten.
In Kürze
- AGB schließen chinesisch-kontrollierte Unternehmen vom Service aus
- Ant Financial, ByteDance & Co. greifen über Cloud, VPNs und Auslandstöchter zu
- Vorwürfe der Modell‑Distillation; Alibaba verbietet intern Nutzung nach Fund von Länder‑Erkennungscode
Anthropic sperrt via AGB: Wie chinesische Firmen weiter an Claude Code kommen
Anthropic, das US-Unternehmen hinter dem KI-Editor Claude Code, versucht laut Medienberichten, chinesische Firmen vom Zugriff auf das Tool auszuschließen — nicht durch staatliche Verbote, sondern über seine eigenen Nutzungsbedingungen. In diesen AGB wird verkauft, dass Dienste nicht an „chinesisch kontrollierte“ Unternehmen abgegeben werden dürfen. Die Financial Times und The Information haben darüber berichtet.
Wie Firmen trotzdem weiterarbeiten
Bekannte Namen wie Ant Financial und ByteDance greifen demnach über verschiedene Wege auf das Tool zu:
- Cloud-Dienste
- Auslandstöchter (etwa in Singapur)
- VPNs
Ein VPN ist dabei im Grunde ein Tunnel, mit dem man so tut, als säße man an einem anderen Ort. Solche Zugangswege verstoßen offenbar nicht direkt gegen US- oder chinesisches Recht, widersprechen aber den Nutzungsregeln von Anthropic.
Das Alibaba-Verbot und der versteckte Code
Alibaba hat intern reagiert: Dem Bericht von The Information zufolge untersagte das Unternehmen seinen Mitarbeitern, Claude Code zu nutzen, und forderte, alle Claude-Modelle von Firmenrechnern zu entfernen. Auslöser war demnach eine Entdeckung in Claude Code: versteckter Code, der erkennen konnte, ob ein Nutzer aus China stammt oder zu einem chinesischen Labor gehört. Anthropic teilte später mit, diesen Teil des Codes entfernt zu haben. Das Verbot bei Alibaba ist demzufolge eine konzerninterne Maßnahme, nicht das Ergebnis staatlicher Vorgaben.
Vorwürfe wegen „Distillation“
Anthropic erhebt zudem Vorwürfe gegen mehrere Firmen — darunter Alibaba, DeepSeek, Moonshot AI und MiniMax — weil sie Claude-Modelle angeblich für sogenannte Distillation genutzt hätten. Bei Distillation wird ein großes Modell herangezogen, um ein eigenes, kleineres Modell zu trainieren: quasi Wissen vom großen Modell auf ein kompakteres zu übertragen. Solche Vorwürfe stehen im Raum, wie ebenfalls von Financial Times und The Information berichtet.
Rechtlicher und technischer Rahmen
Die Berichte betonen, dass viele der technischen Umgehungen nicht automatisch illegal sind — weder nach US- noch nach chinesischem Recht — sondern primär gegen Anthropics interne Regeln verstoßen. Welche praktischen Folgen das für die betroffenen Firmen und die Verfügbarkeit von Tools wie Claude Code haben wird, bleibt offen.
Quellen
Quellen
- Quelle: Anthropic / Alibaba
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




