Anker bringt Thus: Winziger KI‑Chip für In‑Ear‑Headsets aus Dresden

23.04.2026 | Allgemein, KI

Anker stellt Thus vor: ein winziger KI‑Chip für In‑Ear‑Headsets mit extrem niedrigem Stromverbrauch.

In Kürze

  • Compute‑in‑Memory nutzt NOR‑Flash für KI‑Berechnungen
  • Sehr kompakt und stromsparend, geringe Rohleistung
  • Zielt auf On‑Device Rauschunterdrückung in Headsets

Anker bringt einen winzigen KI‑Chip namens Thus, der speziell für In‑Ear‑Headsets gedacht ist und in Dresden gefertigt wird. Ziel: bessere Unterdrückung von Umgebungsgeräuschen bei Telefonaten, indem KI‑Modelle direkt auf dem Chip laufen — mit sehr kleinem Platzbedarf und extrem niedrigem Stromverbrauch.

Wie Thus funktioniert — kurz und verständlich

Thus ist kein normaler Prozessor mit CPU‑Kernen oder großen Matrix‑Einheiten. Stattdessen setzt er auf Compute‑in‑Memory (Rechnen im Speicher): NOR‑Flash‑Zellen werden so angesteuert, dass ihre Widerstände Matrizen bilden, mit denen KI‑Berechnungen direkt im Speicher ausgeführt werden. NOR steht für „NOT OR“ — eine grundlegende Logikfunktion. Ein Controller steuert die Zellen und führt damit Operationen aus, ohne Daten ständig zwischen Speicher und Rechenblock hin- und herzuschieben.

Vorteile und Grenzen

Der Ansatz ermöglicht einen sehr kompakten Chip (nur wenige Quadratmillimeter) und einen extrem niedrigen Stromverbrauch (einige Milliwatt). Dafür ist die rohe Rechenleistung deutlich geringer als bei aktuellen mobilen KI‑Beschleunigern: Anker nennt etwa 5 Milliarden Rechenoperationen pro Sekunde. Das liegt in der Größenordnung etwa 10.000‑mal unter der Performance von KI‑Einheiten moderner Mobilprozessoren (zum Vergleich: Intel Core Ultra 300 als Referenz).

Einsatzbereich

Trotz der geringeren Leistung ist Thus laut Anker ausreichend für kompakte KI‑Modelle mit mehreren Millionen Parametern — genau das Profil, das bei In‑Ear‑Headsets sinnvoll ist. Solche Modelle können Sprache filtern, Störgeräusche dämpfen und Gesprächsqualität verbessern, ohne auf die Cloud angewiesen zu sein.

Fertigung und technische Verwandtschaft

Die Chips werden in Dresden bei einem Auftragsfertiger produziert; Anker nennt den Partner nicht. In der Region gibt es Anbieter wie X‑Fab und Globalfoundries, die NOR‑Flash herstellen, und Globalfoundries kündigte gemeinsam mit Microchip Ende 2023 einen passenden Prozess (28SLPe) an. Technisch ähnelt Thus dem 2022 vorgestellten WTM2101 von Witmem, der Microchips memBrain‑Technik nutzt. memBrain kombiniert spezialisierte Flash‑Zellen mit Logikblöcken, um grundlegende KI‑Operationen wie Multiply‑Accumulate (MAC: multiplizieren und aufsummieren) direkt im Speicher auszuführen, ohne Gewichte vorab ins Arbeitsspeicher zu laden.

Roadmap und Produkte

Anker plant, Thus als Plattform mit weiteren Chipvarianten auszubauen und will in den kommenden Monaten erste Produkte vorstellen — unter anderem Headsets der Marke Soundcore, die den Chip verwenden sollen.

Klein, kleiner, Renderbild

Anker‑Renders zeigten den Chip deutlich größer, als er in Wirklichkeit ist: Thus misst nur einige Quadratmillimeter. Update: Dieser Text wurde ergänzt um Informationen zur memBrain‑Technik.

Quellen

  • Quelle: Anker
  • Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
  • Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.

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