US-Behörden genehmigen Exporte von Nvidias H200 an chinesische Firmen; einige Abnehmer wirken kaum greifbar.
In Kürze
- US gibt H200‑Exportscheine an mehrere China‑Käufer frei
- Firmen wie „New Matrix“ scheinen vor Ort kaum nachweisbar
- Teils Verbindungen zu auf US‑Blacklist stehenden Akteuren
Die US-Regierung hat den Verkauf von Nvidias leistungsstarken H200‑KI‑Chips an chinesische Firmen genehmigt — laut Recherchen der New York Times stehen darunter offenbar auch Käufer, die kaum oder gar nicht greifbar sind.
Ein Beispiel, das die Zeitung nennt, ist die Firma «New Matrix». Auf der offiziellen Liste der freigegebenen Abnehmer ist sie als Kunde aufgeführt, der dort angegebene Firmensitz führt aber zu einer leeren Halle. Bei einer Überprüfung vor Ort fanden sich kaum Hinweise auf das Unternehmen: Online ist wenig zu finden, das Gebäude führt die Firma nicht im Verzeichnis, und die Hausverwaltung hat keine Unterlagen über einen Mieter mit diesem Namen. New Matrix wurde laut Bericht erst vor etwa 17 Monaten gegründet.
Besonders auffällig ist, dass die Eigentümer von New Matrix Verbindungen zu einer chinesischen Private‑Equity‑Firma haben, die seit 2024 auf einer US‑Blacklist steht. Auf dieser Liste landen Unternehmen, denen aus Sicherheitsgründen bestimmte Handelsgeschäfte mit den USA untersagt werden. Nach Angaben der New York Times ist New Matrix kein Einzelfall: Mehrere der genehmigten Käufer in China sollen Verbindungen zu Unternehmen haben, auf die solche national‑sicherheitsbezogenen Beschränkungen zutreffen.
Zum politischen Hintergrund: Unter der Biden‑Administration galten strikte Exportrestriktionen für Nvidias Hochleistungs‑KI‑Chips. Die Trump‑Administration lockerte diese Regeln später, nachdem Nvidia einem Deal zugestimmt haben soll, der vorsah, einen Anteil von rund 15 % der Verkaufserlöse an die US‑Seite abzuführen. Firmenchef Jensen Huang hatte sich dem Bericht zufolge intensiv für die Lockerungen eingesetzt; gleichzeitig wird berichtet, dass er Ziel einer Spionageaktion der chinesischen Staatssicherheit gewesen sein soll.
In der Summe berichtet die New York Times also, dass US‑Behörden den Verkauf besonders leistungsfähiger KI‑Chips an bestimmte chinesische Käufer genehmigt haben — darunter Gesellschaften, deren Existenz und Verbindungen zu bereits gesperrten Akteuren Recherchen zufolge fragwürdig erscheinen.
Quellen
- Quelle: U.S. Department of Commerce / Nvidia
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




