NYT integriert einen KI‑Assistenten direkt in Rezeptseiten.
In Kürze
- Hilfe bei Zutaten, Portionen, Geräten
- Generiert eigene Version; Original bleibt
- Nur für iOS‑Abos; Umschaltung kann verwirren
Die New York Times hat in ihre Rezeptseiten einen KI‑Assistenten integriert, der beim Kochen und Backen helfen soll. Das kleine Textfeld mit der Aufforderung „Customize this recipe…“ beantwortet Fragen zu Ersatz‑Zutaten, Portionsgrößen, Geräten oder Messumrechnungen – vorerst nur für Abonnentinnen und Abonnenten auf iOS.
Wie die KI arbeitet
Die KI wurde unter anderem mit Nutzerkommentaren trainiert. Statt das Originalrezept zu verändern, erstellt sie eine eigene Version, die unter „Your Version“ angezeigt wird; das Original bleibt unangetastet. Änderungen werden markiert, und du kannst jederzeit zur Ausgangsversion zurückspringen.
Praktische Einsätze aus einem Test
Bei einem One‑Pot Chicken and Rice hatte die Testautorin nur Hähnchentender statt Schenkel und anderes Gemüse zur Hand. Die KI empfahl eine kürzere Bratzeit, Zwiebeln parallel zum Hähnchen zu braten und Green Beans statt Mangold zu nehmen – das Ergebnis war schnell und schmackhaft.
Bei Zutaten‑Swaps gab die KI nuancierte Antworten:
- Für Makrut‑Limettenblätter wurde geriebene Limettenschale vorgeschlagen (mit deutlich schwächerem Aroma).
- Thai‑Basilikum ließ sich statt Koriander verwenden (mit Geschmacksabweichung).
- Half‑and‑half wurde als Sahne‑Ersatz akzeptiert.
- Castelvetrano‑Oliven plus geräucherte Paprika wurden als Alternative zu Kalamata genannt.
Als die Autorin fragte, ob man Löffelbiskuits durch Hackfleisch in einem tiramisu‑ähnlichen Dessert ersetzen könne, lehnte die KI ab.
Back‑Test: Bundt zu Muffins
Bei einem Cinnamon‑Roll‑Bundt‑Cake verwandelte die KI das Rezept in Muffins und halbierte die Menge. Sie passte Backzeit und Portionen an und erklärte beispielsweise, wie man Eiermenge teilt. Beide Varianten klappen laut Test, allerdings traten Schwierigkeiten beim Umgang mit mehreren Versionen des Rezepts auf.
Wichtiges zu Einschränkungen und Stolpersteinen
- Du kannst die erzeugte „Your Version“ nicht als eigenes, dauerhaftes Rezept speichern.
- Das Umschalten zwischen Original und veränderter Version kann verwirren: Beim Nachfragen per Stimme nannte die KI einmal die Buttermenge der geänderten Version statt der des Originals – ein Fehler, der beim Backen zum Verderben führen könnte.
- Die Autorin empfahl, die erzeugte Version zu löschen, wenn du mit dem Original weiterkochen willst.
Die KI wird in dem Test als nützlicher Assistent beschrieben, die Autorin rät aber dazu, Mengen und Garzeiten selbst zu prüfen.
Vergleich mit Alexa Plus
Bei ähnlichen Fragen lieferten NYT‑Cooking‑KI und Alexa Plus vergleichbare Ratschläge. Alexa konnte die veränderte Rezeptversion jedoch nicht auf dem Display darstellen und geriet beim schrittweisen Durchgehen eher in Verwirrung.
Was die Testautorin festhält
Die Autorin schreibt, der Assistent sei praktisch bei Alltagsproblemen wie dem falschen Fleischschnitt, fehlenden Kräutern oder dem Fehlen einer bestimmten Backform und spare oft den Weg zum Supermarkt. Die KI liefere überwiegend sinnvolle Vorschläge, erkenne auch, wann ein Vorschlag schlecht wäre, und sei eine nützliche Ergänzung zur App; Puristinnen und Puristen könnten sie aber ignorieren.
Quellen
- Quelle: NYT Cooking
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




