KI treibt den Bedarf an Rechenzentren — doch Elektriker, Bauarbeiter und Bauleiter fehlen. Das bedroht Zeitpläne und treibt Kosten hoch.
In Kürze
- McKinsey: Hunderttausende zusätzliche Handwerker bis 2030 nötig
- Rechenzentren konkurrieren mit Wohnungsbau und Infrastrukturprojekten
- Ausbildung braucht Jahre, Google setzt auf Trainingsprogramme
Während in Büros die Angst vor Jobverlust durch Künstliche Intelligenz wächst, steht der Bau der Maschinen hinter der KI vor einem ganz anderen Problem: Es fehlen Handwerker. Besonders Elektriker, Bauarbeiter und Bauleiter werden knapp – und das könnte den Ausbau von Rechenzentren in den USA ausbremsen.
Hoher Bedarf, zu wenige Hände
Eine Prognose von McKinsey rechnet damit, dass zwischen 2023 und 2030 zusätzlich etwa 130.000 Elektriker, 240.000 Bauarbeiter und 150.000 Bauleiter gebraucht werden. Rechenzentren treten in direkte Konkurrenz zu Wohnungsbau, Krankenhäusern, Fabriken und Energieprojekten – überall werden dieselben Fachkräfte gebraucht.
- 130.000 Elektriker
- 240.000 Bauarbeiter
- 150.000 Bauleiter
Gewerkschaften schlagen Alarm
Auch Gewerkschaften bestätigen den Engpass. Chris Madello von der United Association erklärt, Rechenzentren binden aktuell besonders viele Arbeitskräfte. Die International Brotherhood of Electrical Workers berichtet, in manchen Regionen würden zwei- bis viermal so viele Fachkräfte benötigt wie vorhanden.
Warum die Lücke entstand
Mehrere Faktoren führen zur Knappheit: Ein großer Teil der Belegschaften geht in den kommenden Jahren in Rente. Jahrzehntelang galten akademische Abschlüsse als sicherer Weg, sodass Nachwuchs fürs Handwerk ausblieb. Jetzt kehren wieder mehr junge Leute in die Berufe zurück – Handwerk bietet oft stabile Einkommen, die Möglichkeit zur Selbstständigkeit und Einstiege ohne Hochschulabschluss.
- stabile Einkommen
- Möglichkeit zur Selbstständigkeit
- Einstiege ohne Hochschulabschluss
Reaktion der Industrie
Tech-Unternehmen reagieren: Google kündigt an, stärker in Aus- und Weiterbildung für Handwerker zu investieren. Solche Programme sollen längerfristig helfen, freie Stellen zu füllen. Allerdings dauert die Ausbildung von Fachkräften Jahre – schneller kann die Branche kaum Personal produzieren.
Wettlauf gegen die Zeit
Bauprojekte für Rechenzentren haben enge Zeitpläne und erlauben wenig Verzögerung. Wenn Handwerker fehlen, entstehen Verzögerungen, die Kosten und Lieferketten belasten können. Zugleich besteht die Gegenrisiko: Sollte die Nachfrage nach Rechenzentren zurückgehen, könnte es später einen Überschuss an Fachkräften geben.
Büroangestellte vs. Handwerkerbedarf
Während Tech-Führungskräfte wie Dario Amodei vor möglichen Arbeitsplatzverlusten durch KI warnen, zeigt sich: Der KI‑Boom erhöht zwar die Nachfrage nach Spezialisten und Forscher:innen, parallel steigt aber auch der Bedarf an klassischen Handwerksberufen – und zwar schnell.
Ungewisse Perspektive
Die Entwicklung bleibt unsicher: Können Ausbildungsoffensiven genug Fachkräfte rechtzeitig bringen? Oder sorgt ein Abschwung im KI‑Sektor für Überkapazitäten? Beide Szenarien sind möglich – und stellen Bauherren, Gewerkschaften und Arbeitgeber vor Herausforderungen.
Quellen
- Quelle: OpenAI / Meta
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




