Wuhan: Gericht rechnet Token‑Verbrauch und KI‑Lizenzen bei Urheber-Schaden an

29.09.2026 | Allgemein, KI

Wuhaner Gericht berücksichtigt erstmals Token‑Kosten und KI‑Lizenzen bei Schadensersatzberechnung.

In Kürze

  • Tokens und Lizenzen als abzugsfähige Kosten anerkannt
  • KI wird als Werkzeug, nicht als alleiniger Urheber gewertet
  • Belege wie Prompts und Projektdateien empfohlen

Ein Gericht in Wuhan hat erstmals bei der Berechnung von Urheberrechts‑Schadensersatz ausdrücklich den Verbrauch von Tokens und die Kosten für Lizenzen von KI‑Tools als abzugsfähige Kostenfaktoren berücksichtigt.

Was Tokens und KI‑Lizenzen bedeuten

Tokens sind die kleinen Einheiten, die KI‑Modelle verarbeiten und die bei vielen Anbietern abgerechnet werden — quasi das Kleingeld der KI.

KI‑Tool‑Lizenzen sind die bezahlten Nutzungsrechte für solche Software. Beide Posten hat das Gericht nun in die Schadensrechnung einbezogen.

Der Fall kurz

Anfang 2026 produzierte eine Firma mit Hilfe von KI‑Tools ein etwa einstündiges Kurzdrama und veröffentlichte es auf Plattformen wie WeChat. Einen Tag später stellte eine andere Firma das Werk unter neuem Namen online und schaltete Werbung darin. Die klagende Partei zog vor Gericht.

Warum das Werk geschützt wurde

Das Wuhaner Gericht wertete das Kurzdrama als schutzfähiges audiovisuelles Werk. Entscheidend waren die kreativen Entscheidungen der Mitarbeitenden in allen Phasen:

  • Drehbuch
  • Gestaltung der Prompts (also die Anweisungen an die KI)
  • Auswahl der KI‑Ergebnisse
  • Schnitt

Die KI sei dabei rechtlich wie ein Werkzeug zu betrachten — nicht als alleiniger Urheber.

Wie der Schadensersatz berechnet wurde

Bei der Schadensberechnung berücksichtigte das Gericht sowohl KI‑spezifische Kosten (Token‑Verbrauch, Lizenzen) als auch klassische Faktoren wie Laufzeit des Werks, Verbreitungsumfang und Dauer der Verletzung.

  • Token‑Verbrauch
  • Lizenzen
  • Laufzeit des Werks
  • Verbreitungsumfang
  • Dauer der Verletzung

Die klagende Firma erhielt eine Entschädigung in Höhe von 20.000 RMB (ca. 2.500 Euro).

Was das Gericht Kreativen mitgab

Das Gericht empfahl, Belege wie Skripte, Prompt‑Entwürfe und Projektdateien aufzubewahren — Dokumente, die die eigenen kreativen Entscheidungen und den Einsatz von KI nachvollziehbar machen.

  • Skripte
  • Prompt‑Entwürfe
  • Projektdateien

Wenn du also mit KI arbeitest, sind solche Nachweise offenbar relevant.

Quellen

  • Quelle: Gericht in Wuhan
  • Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
  • Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.

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