EPA hebt MATS auf: Quecksilber-Grenzwerte werden gelockert.
In Kürze
- Standards zurück auf 2012-Niveau
- Lockerung soll Bau von Rechenzentren & Infrastruktur erleichtern
- Umweltgruppen warnen vor Gesundheitsrisiken
Die US-Regierung hat die Mercury and Air Toxics Standards (MATS) aufgehoben — eine Regelung, die Emissionen von Quecksilber und anderen giftigen Luftschadstoffen aus Kraftwerken begrenzt. Die Environmental Protection Agency (EPA) hat die Rücknahme finalisiert und stellt die Standards wieder auf das Niveau von 2012 zurück; die verschärften Vorgaben unter der Regierung Biden aus dem Jahr 2024 treten damit außer Kraft.
Was genau wurde geändert?
Die MATS sollten die Emissionen bestimmter Luftgifte aus Kohle- und Gaskraftwerken begrenzen, vor allem Quecksilber. Mit der Rücknahme gelten nun weniger strenge Grenzwerte, die weniger Auflagen für Anlagenbetreiber bedeuten. Die EPA begründet die Lockerung unter anderem damit, den Bau neuer Energieinfrastruktur — etwa zur Versorgung großer Rechenzentren — zu erleichtern.
Warum das relevant ist
Kohlekraftwerke sind in den USA für rund die Hälfte der Quecksilber-Emissionen verantwortlich. Quecksilber ist ein starkes Neurotoxin:
- Hohe Belastungen können zu Fehlbildungen bei Neugeborenen führen.
- Hohe Belastungen können zu Lernstörungen bei Kindern führen.
- Hohe Belastungen können Schädigungen von Nieren und Nervensystem zur Folge haben.
Änderungen an den MATS betreffen damit direkt die Belastung von Luft und Nahrungsmitteln, etwa Fisch, mit diesem Schadstoff.
Kontext: steigender Strombedarf
Die Entscheidung fällt in eine Phase steigender Stromnachfrage. Treiber sind unter anderem:
- der Ausbau energieintensiver KI-Rechenzentren,
- verstärkte heimische Fertigung,
- und eine wachsende Zahl an Elektroautos.
Die Trump-Regierung nennt als Ziel, den schnellen Bau solcher Rechenzentren und der dazu nötigen Energieinfrastruktur — inklusive fossiler Kraftwerke — zu erleichtern.
Ökonomische Argumente
Laut einem Faktenblatt der EPA sollen die Lockerungen ab 2028 jährlich rund 78 Millionen US-Dollar einsparen. Diese Summe bezieht sich auf reduzierte Kosten für Kraftwerksbetreiber durch weniger umfangreiche Abgasreinigung und Compliance-Maßnahmen.
Reaktionen aus Umwelt- und Politikszene
- Umweltorganisationen warnen vor gesundheitlichen Folgen, insbesondere für Kinder.
- Nicholas Morales von Earthjustice kritisierte, dass grundlegende Schutzmaßnahmen gegen Toxine wie Quecksilber zugunsten der Kohleindustrie gestrichen würden.
- Politisch passt die Maßnahme zu Trumps Unterstützung für die Kohlebranche: Er nahm jüngst einen Preis des Washington Coal Club entgegen und hat seit Beginn seiner zweiten Amtszeit verfügt, mehrere Kohlekraftwerke, die stillgelegt werden sollten, weiter am Netz zu halten.
Konkrete Folgen für Versorger
Auch Energieversorger reagieren auf die gestiegene Nachfrage durch Rechenzentren: Die Tennessee Valley Authority (TVA), der größte öffentliche Versorger in den USA, entschied etwa, zwei Kohlekraftwerke nicht stillzulegen — ausdrücklich wegen des steigenden Bedarfs durch Data Centers.
Stand der Dinge
Die Rücknahme der MATS ist finalisiert und wird die bundesweiten Anforderungen an Luftschadstoff-Emissionen aus Kraftwerken lockern. Kurzfristig bedeutet das weniger Auflagen für Betreiber; langfristig könnten sich Emissionsmengen und die gesundheitliche Belastung regional verändern.
Quellen
- Quelle: Trump administration / Environmental Protection Agency
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




