US-Entwurf will Verkauf von Gesundheits- und Standortdaten stoppen — auch Eingaben in KI‑Chatbots.
In Kürze
- Verkauf an Datenmakler verboten
- Einschluss von Chat‑Uploads und Eingaben
- FTC soll Regeln erlassen, 1 Mrd. Dollar Budget
Senatorin Elizabeth Warren und Abgeordnete Mary Gay Scanlon legen in den nächsten Wochen eine überarbeitete Fassung des „Health and Location Data Protection Act“ vor. Ziel: den Handel mit Gesundheits‑ und Standortdaten zu unterbinden — und zwar auch dann, wenn solche Informationen von Nutzer:innen in KI‑Chatbots wie ChatGPT, Claude oder Grok eingegeben werden.
Worum es konkret geht
Die ursprüngliche Fassung aus Juni 2022 richtete sich gegen Datenmakler — Firmen, die persönliche Informationen kaufen und verkaufen — und verbot ihnen, Gesundheits‑ und Standortdaten zu sammeln und zu veräußern. Die neue Version geht weiter: Sie verbietet auch anderen Unternehmen, sensible Gesundheits‑ und Standortdaten an Datenmakler zu verkaufen. Explizit eingeschlossen sind dementsprechend Angaben, die Nutzer:innen in KI‑Systeme tippen oder hochladen.
Warum das Gesetz jetzt kommt
KI‑Anbieter drängen zunehmend in den Gesundheitsbereich und ermuntern Nutzer, medizinische Unterlagen hochzuladen. Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit:
- Elon Musk forderte öffentlich dazu auf, etwa MRT‑Bilder an Grok (xAI) zu schicken.
- OpenAI hat mit „ChatGPT Health“ und „ChatGPT for Healthcare“ Möglichkeiten geschaffen, medizinische Daten in eigene Produkte zu integrieren.
- Anthropic bewirbt „Claude for Healthcare“ als „HIPAA‑ready“ — also vorbereitet für den Umgang mit Gesundheitsdaten nach den US‑Regeln (HIPAA).
Datenschutzlage heute
In der Praxis hängt der Schutz solcher Daten in den USA derzeit oft davon ab, was einzelne Unternehmen in ihren Datenschutzbestimmungen versprechen. Ein einheitlicher bundesweiter Datenschutzrahmen fehlt; bei Datenpannen oder unerlaubtem Zugriff bleiben Nutzer:innen in vielen Fällen auf die Entscheidungen und Maßnahmen der Anbieter angewiesen.
Durchsetzung und Finanzierung
Die geplante Regelung schreibt vor, dass die Federal Trade Commission (FTC) innerhalb von 180 Tagen verbindliche Vorgaben erlässt. Zur gerichtlichen Durchsetzung sollen neben der FTC auch Staatsanwält:innen der Bundesstaaten sowie betroffene Einzelpersonen klagen können. Für die Umsetzung sind rund 1 Milliarde US‑Dollar vorgesehen, verteilt auf zehn Jahre.
Wer den Entwurf unterstützt
Neben Warren und Scanlon werden Senators Ron Wyden und Bernie Sanders als Unterstützer genannt. Senatorin Warren warnte, Datenmakler machten große Gewinne mit besonders sensiblen Informationen und dass angesichts der wachsenden Menge an Gesundheitsdaten in KI‑Tools verhindert werden müsse, dass diese an den Meistbietenden verkauft werden.
Was das für dich bedeutet
Wenn das Gesetz so verabschiedet wird, würden Eingaben in KI‑Assistenten, medizinische Bilder und andere Gesundheitsangaben rechtlich als besonders schützenswerte Daten behandelt — und deren Verkauf deutlich stärker eingeschränkt.
Quellen
- Quelle: Elizabeth Warren / Mary Gay Scanlon
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




