UN-Ermittler machen die USA für einen Luftangriff in Minab verantwortlich; über 120 Kinder starben. Veraltete Zieldaten und mangelhafte Prüfungen gelten als Ursachen.
In Kürze
- Hinreichende Anhaltspunkte für ein Kriegsverbrechen
- Mindestens 156 Tote, darunter mehr als 120 Kinder
- Veraltete Geheimdienstdaten (Palantir/Maven) und menschliches Versagen
UN-Ermittler machen die USA für tödlichen Luftangriff auf Schule im Iran verantwortlich
Eine unabhängige UN-Ermittlungsmission kommt zu dem Schluss, dass die USA für den Luftangriff auf die Shajareh-Tayyebeh-Grundschule in Minab (28. Februar 2026) verantwortlich sind. Die Mission sieht hinreichende Anhaltspunkte für ein Kriegsverbrechen: Das Schulgebäude sei gezielt getroffen worden – nicht versehentlich. Als Ursachen nennt die UN veraltete Zieldaten und mangelhafte Überprüfungen vor dem Abschuss.
Was passiert ist
- Beim Angriff starben mindestens 156 Menschen, darunter mehr als 120 Kinder im Alter von sechs bis 13 Jahren. Überlebende berichten, eine erste Rakete habe das Erdgeschoss getroffen; Lehrkräfte hätten daraufhin die Kinder in einen Gebetsraum im Obergeschoss gebracht. Kurz darauf habe eine zweite Rakete eingeschlagen und die meisten Opfer getötet.
- Trümmer- und Bildanalysen identifizierten Tomahawk-Marschflugkörper (RGM/UGM-109). Da in dem betroffenen Gebiet nur die USA über diese Raketen verfügten, ordnet die UN-Mission den Angriff den US-Streitkräften zu. Centcom-Chef Brad Cooper bestätigte zudem, dass eine vorläufige Pentagon-Prüfung einen Zusammenhang mit einem US-Einsatz nahelegt.
Rechtliche Bewertung durch die UN
- Die Ermittler sehen Verletzungen des humanitären Völkerrechts, vor allem des Unterscheidungsgebots (Trennung von Zivilisten und militärischen Zielen) und des Vorsorgeprinzips (Pflicht, Risiken für Zivilisten zu verringern).
- Zwar grenzt das Schulgelände an eine Anlage der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC), die Schule war nach UN-Angaben aber durch eine Mauer getrennt und klar als Bildungseinrichtung erkennbar (Spielplätze, Wandmalereien, Schilder).
- Die Mission bewertet außerdem einen zweiten Angriff am selben Tag in Lamerd als mögliches Kriegsverbrechen: Dort verteilte eine Precision Strike Missile (PrSM) rund 180.000 Wolframkugeln über einem Sportzentrum und einer Grundschule; 22 Menschen starben, mehr als 100 wurden verletzt.
Wie es zu dem Fehler gekommen sein könnte
- Bloomberg berichtet über vorläufige, nicht veröffentlichte Pentagon-Ergebnisse: Der erste Angriff habe stark auf Daten aus der Militärsoftware „Maven Smart System“ von Palantir gebaut. In veralteten Geheimdienstdaten sei das Schulgebäude noch als aktive IRGC-Anlage gelistet gewesen, weshalb Maven den Standort auf die Zielliste setzte.
- Analysten unter Zeitdruck sollen sich darauf verlassen haben, dass das System veraltete oder widersprüchliche Informationen automatisch erkennt – was Maven damals offenbar nicht tat. Wichtig ist: Es gibt keinen Hinweis darauf, dass die Software autonom Ziele ausgewählt hat; Menschen haben die Freigabe für Angriffe erteilt und tragen damit die rechtliche Verantwortung.
Reaktionen und Folgen
- Palantir hat laut Bericht das System nachgerüstet: Maven prüft jetzt Datenquellen besser auf Plausibilität und markiert Widersprüche, die ein Ziel disqualifizieren könnten. Beobachter sehen darin einen Hinweis auf Lücken im digitalen Targeting-Prozess.
- Palantir weist jede Mitverantwortung zurück und erklärt, man sei nicht für die zugrunde liegenden Daten zuständig und habe keine Fehlfunktion der Software festgestellt.
- Der vollständige Pentagon-Abschlussbericht liegt weiterhin unter Verschluss; Anfragen der UN-Mission an Centcom und zuständige Pentagon-Stellen blieben unbeantwortet.
Die UN-Mission macht damit menschliches Versagen in Verbindung mit veralteten digitalen Daten als zentrale Ursache für den Angriff aus, der zahlreiche zivile Opfer forderte. Der endgültige Pentagon-Bericht, der weitere Details klären könnte, ist noch nicht öffentlich.
Quellen
- Quelle: United Nations / United States / Palantir
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




