UKL führt LAMPE ein – KI warnt in Echtzeit vor Nierenversagen

11.04.2026 | Allgemein, KI

Das Universitätsklinikum Leipzig setzt LAMPE im Klinikalltag ein: ein MDR‑konformes KI‑CDSS, das Laborwerte in Echtzeit analysiert und ärztliche Entscheidungen unterstützt.

In Kürze

  • Analysiert Labor- und Behandlungsdaten in Echtzeit und gibt evidenzbasierte Empfehlungen
  • Erkennt frühzeitig akutes Nierenversagen und sendet automatisierte Warnungen
  • Entstand aus dem AMPEL‑Projekt, ist MDR‑konform und soll als Open‑Source-Plattform verfügbar werden

Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) hat ein eigenes KI-gestütztes System namens LAMPE in den Routinebetrieb übernommen. LAMPE steht für „Leipziger Analyse- und Meldesystem für Patientensicherheit in Echtzeit“ und ist laut UKL das erste vollständig selbst entwickelte System dieser Art an einer deutschen Universitätsklinik, das die Anforderungen der europäischen Medizinprodukteverordnung (MDR) erfüllt.

Was LAMPE tut

LAMPE ist ein Clinical Decision Support System (CDSS): die Software wertet klinische Daten automatisch aus und liefert Ärzten evidenzbasierte Handlungsempfehlungen, um Diagnosen und Therapieentscheidungen zu unterstützen. Sie arbeitet in Echtzeit direkt in der Patientenversorgung und unterscheidet sich damit von rein generativen KI-Angeboten wie dem kürzlich eingeführten Company‑GPT „UKLGPT“, die anders eingesetzt werden.

Ein konkretes Beispiel

Das System überwacht fortlaufend Labor- und Behandlungsdaten. So kann LAMPE etwa ein akutes Nierenversagen bei Patientinnen und Patienten unter Antibiotikatherapie frühzeitig erkennen und automatisierte Warnhinweise ausgeben, noch bevor kritische Werte manuell ausgewertet würden.

Entwicklung und Organisation

LAMPE geht aus dem mehrjährigen Forschungsprojekt AMPEL (Antibiotikatherapie und Patientensicherheit durch Echtzeit-Analyse von Labordaten) hervor und wurde danach zur MDR-konformen Software weiterentwickelt. Für die Entwicklung und den Transfer eigener digitaler Werkzeuge hat das UKL eigene Strukturen aufgebaut, darunter:

  • die Abteilung „Medizinische KI und Translation“ (MedKIT)
  • eine Tochtergesellschaft für den Innovationstransfer

Verbreitung und Zusammenarbeit

Das UKL will zentrale digitale Werkzeuge unter eigener Kontrolle schneller in die Versorgung bringen und plant, die Plattform perspektivisch als Open-Source-Angebot auch anderen Kliniken zur Verfügung zu stellen. Für fachlichen Austausch existiert bereits ein Netzwerk mit mehr als 20 Standorten.

Langfristige Perspektive

Nach Angaben des UKL sollen Systeme wie LAMPE automatisierte Analysen liefern, die medizinisches Personal entlasten und mehr Zeit für die direkte Patientenversorgung ermöglichen.

Quellen

  • Quelle: Universitätsklinikum Leipzig
  • Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
  • Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.

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