Deutsches Gericht sieht Urheberrechtsverstöße beim Suno-Training. Suno kündigt Leitprinzipien, Prüfpartner und Kennzeichnungslösungen an.
In Kürze
- Gericht: geschützte Songs im Training; Fair Use greift nicht
- Suno: vier Leitprinzipien, keine Künstlernamen in Metadaten
- Maßnahmen: Prüfpartner, Download-Policy, Kennzeichnung von KI-Songs
Suno gerät wegen seiner KI-generierten Musik in rechtliche und öffentliche Turbulenzen. Ein deutsches Gericht stellte fest, dass der Dienst beim Training urheberrechtlich geschützte Songs genutzt hat und dass sich diese Werke durch geeignete Nutzereingaben (Prompts) reproduzieren lassen. Das in den USA bekannte Fair-Use-Prinzip ist nach Auffassung des Gerichts in diesem Fall in Deutschland nicht anwendbar. Zusätzlich hatte eine Investorin eingeräumt, dass mit Suno erzeugte Songs direkt mit der Arbeit menschlicher Künstler:innen konkurrieren können — ein Aspekt, der bei der Prüfung von Fair Use stark ins Gewicht fällt.
Wie Suno reagiert: vier Leitprinzipien und konkrete Maßnahmen
CEO Mikey Shulman legte vier Leitprinzipien vor und betonte eine Strategie unter dem Motto „Original Creation, By Design“. Suno nennt das eine bewusste Ausrichtung des Trainingsprozesses, um Nachbildungen geschützter Werke zu vermeiden. Parallel dazu wurden mehrere praktische Schritte angekündigt.
Keine Künstlernamen in Trainingsmetadaten
Laut Suno wurden Künstlernamen bewusst nicht in den Trainingsmetadaten verwendet. Das Unternehmen sagt, es habe auch niemals erlaubt, Prompts einzusetzen, die gezielt bestimmte Künstler oder urheberrechtlich geschützte Songs anfordern.
Prüfung hochgeladener Inhalte durch Drittanbieter
Suno kündigt Kooperationen mit Audible Magic und Musixmatch an. Diese Drittanbieter sollen hochgeladene Audiodateien und Texte auf potenzielle Rechteverstöße prüfen, bevor Inhalte weiterverwendet oder verbreitet werden.
Neue Download-Policy gegen Massenausspielungen
Eine überarbeitete Download-Policy soll das massenhafte Exportieren und Einstellen von KI-generierten Songs auf Streaming-Plattformen erschweren. Suno betont, dass die meisten normalen Nutzer:innen davon nicht betroffen sein sollen; das Ziel sei, Missbrauch deutlich zu erschweren. Als Beispiel für solchen Missbrauch verweist Suno auf einen Fall, in dem eine Person durch das Uploaden Hunderttausender KI-Songs rund 8 Millionen Dollar an Tantiemen erschlichen hat und dafür verurteilt wurde.
Transparenz-Tools nach Industriestandard
Das Unternehmen plant die Einführung von Kennzeichen, mit denen Suno-erzeugte Songs auf anderen Plattformen als KI-generiert erkennbar sein sollen. Diese Tools sollen sich an aufkommenden Industriestandards orientieren, so Suno.
Präzisere Community-Richtlinien
Suno erinnert daran, dass bereits seit dem Start Versuche, existierende Songs nachzubilden, verboten sind.
- Hochladen von Material ohne Rechte
- Nutzung von Stimme oder Erscheinungsbild einer Person ohne Erlaubnis
- Spam
- Falsches Engagement
- Der Einsatz von Bots
- Täuschend präsentierte Audio-Inhalte
Die neuen Richtlinien sollen diese Vorgaben weiter schärfen und Missbrauch klarer sanktionieren.
Suno stellt die Maßnahmen als Reaktion auf Kritik und die rechtliche Lage dar. Das Unternehmen sieht die Schritte demnach als Beitrag, Originalität zu fördern und unautorisierte Reproduktionen sowie großflächigen Missbrauch zu erschweren.
Quellen
- Quelle: Suno
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




