Studie: Offene KI-Chatbots helfen Terrorgruppen bei Angriffen und Bombenbau

12.07.2026 | Allgemein, KI

Studie zeigt, dass frei zugängliche KI-Chatbots praktisch für Angriffsplanung, Sprengsatzbau und Trainings genutzt werden.

In Kürze

  • ChatGPT, Claude, Gemini & Co. wurden operativ eingesetzt
  • ISIS bietet seit 2023 Prompt- und Jailbreak-Schulungen
  • Freiwillige Schutzmechanismen der Anbieter reichen laut Studie nicht

Wenn du beim Tippen in einen Chatbot nur an Rezeptvorschläge oder Zusammenfassungen denkst: Eine neue Studie des Cambridge Programme on AI Science & Policy zeigt, dass frei zugängliche KI-Chatbots von Terrorgruppen praktisch eingesetzt werden — von Angriffsplanung bis zur Bauanleitung für Sprengsätze.

Die Autorin Antonia Jülich stützte sich dafür auf 57 Interviews mit 27 ehemaligen Mitgliedern verschiedener Gruppen. Konkret nannten die Befragten Dienste wie

  • ChatGPT
  • Claude
  • Gemini
  • Grok
  • Meta AI
  • DeepSeek

Diese Modelle wurden demnach für operative Aufgaben genutzt:

  • Planung von Attacken
  • Bau wirkungsvollerer Sprengsätze
  • Waffenwartung
  • Hinweise zur operativen Sicherheit

Parallel dazu berichtet die Studie, dass ISIS seit 2023 gezielt Schulungen anbietet. Demnach wurden Kommandeure in „Prompt“-Techniken unterrichtet — also wie man präzise Anfragen an ein Sprachmodell stellt — und in sogenannten „Jailbreaks“, Methoden zur Umgehung von Sicherheitsfiltern. Kontakte von ISIS-K sollen Trainer-Rollen übernommen und weitere Kommandeure im Umgehen von Schutzmechanismen geschult haben.

Auch die organisatorische Nutzung von KI ist dokumentiert: Beide Fraktionen von Boko Haram hätten eigene KI-Einheiten aufgebaut. Ein eindrückliches Beispiel aus der Studie beschreibt, wie die ISWAP-Fraktion mithilfe von KI eine Motorrad-Sprungtechnik aus einem Film nachbauen wollte. Beim Training kamen 18 Kämpfer ums Leben, acht schafften den Sprung — ein konkreter Fall, der den praktischen Einsatz der Technologie illustriert.

Große KI-Anbieter hatten bereits davor gewarnt, dass ihre Modelle potenziell gefährliches Wissen zugänglich machen können. Die Studie zieht daraus die Schlussfolgerung, dass die bisherige, freiwillige Selbstkontrolle der Anbieter nicht ausreiche: Eingebaute Sicherheitsmechanismen hätten den beschriebenen Missbrauch nicht zuverlässig verhindert.

Quellen

  • Quelle: Boko Haram / ISWAP / Cambridge Programme on AI Science & Policy (CASP)
  • Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
  • Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.

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