SpaceX beantragt bei der FCC eine Flotte von bis zu 1 Mio solarbetriebenen, per Laser vernetzten Rechenzentren im niedrigen Erdorbit.
In Kürze
- SpaceX beschreibt die Satelliten als ‚Datenzentren im All‘ mit Laser‑Verbindungen.
- Eine Million Satelliten würde die Objektzahl im Orbit massiv erhöhen; Genehmigung gilt als unwahrscheinlich.
- Vorteile: Kühlung im Vakuum, Solarstrom; Risiko: mehr Weltraummüll und Kollisionsgefahr.
Wenn du dachtest, Satelliten dienen vor allem für Internet und Erdbeobachtung: SpaceX hat bei der US-Funkbehörde FCC beantragt, bis zu eine Million Satelliten zu starten — und zwar als „Datenzentren im All“.
Was genau geplant ist
SpaceX beschreibt die geplanten Satelliten als solarbetriebene Rechenzentren, die sich per Laser miteinander verbinden sollen. In der Einreichung wird das Vorhaben sehr ambitioniert dargestellt; das Unternehmen spricht sogar von einem „ersten Schritt hin zu einer Kardaschew‑II‑Zivilisation“ — also einer Zivilisation, die die gesamte Leistung ihres Sterns nutzen könnte (vereinfacht: extrem hohe Energieausbeute).
Warum die Zahl skeptisch betrachtet wird
Eine Million Satelliten im niedrigen Erdorbit wäre ein dramatischer Anstieg der dort umlaufenden Objekte. Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) schätzt aktuell rund 15.000 Satelliten insgesamt; den größten Anteil macht Starlink aus — laut Johnathan’s Space Report sind derzeit über 9.600 Starlink‑Satelliten aktiv. Die FCC dürfte eine so große Flotte kaum genehmigen; Experten merken außerdem an, dass SpaceX häufig extrem hohe Stückzahlen als Ausgangspunkt für Verhandlungen nennt.
Risiken im Orbit
Schon ein Bruchteil der beantragten Satelliten würde die Menge an künstlichen Objekten im Orbit deutlich erhöhen. Fachleute warnen vor wachsendem Weltraummüll und damit verbundener Kollisionsgefahr: Mehr Satelliten bedeuten mehr Risiko für Kaskaden von Bruchstücken, die wiederum andere Satelliten gefährden können.
SpaceX’ Argumente für orbital platzierte Rechenzentren
SpaceX weist auf mögliche Vorteile hin:
- Im Vakuum des Alls ließe sich Abwärme leichter abführen.
- Die Satelliten könnten hauptsächlich mit Solarenergie betrieben werden.
- Sie würden keinen großen Wasserbedarf haben oder lokale Grundwasserressourcen belasten.
Aus Sicht des Unternehmens könnten orbital platzierte Datenzentren daher günstiger und umweltfreundlicher betrieben werden als manche Anlagen an Land — das sind Angaben aus der Einreichung zur Begründung des Konzepts.
Warum AI‑Firmen interessiert sein könnten
Der Widerstand vieler Kommunen gegen den Bau großer Rechenzentren hat das Interesse großer KI‑Firmen an Alternativen verstärkt. SpaceX weist darauf hin, dass es im Orbit keine lokalen Gemeinden gibt, die gegen Standorte vor Ort Einspruch erheben könnten — ein Punkt, der Unternehmen, die viel Rechenleistung brauchen, attraktiv erscheinen dürfte.
Verfahren und Ausblick
Die FCC wird den Antrag prüfen; aufgrund der Größenordnung und der Sicherheitsbedenken gilt eine generelle Genehmigung in dieser Form als unwahrscheinlich. SpaceX’ Praxis, mit hohen Zahlen in Anträgen zu starten, sollte dabei berücksichtigt werden.
Korrekturhinweis (31. Januar)
Eine frühere Version nannte über 11.000 Starlink‑Satelliten — diese Zahl bezog sich auf alle gestarteten Satelliten, einschließlich stillgelegter. Korrigiert wurde die Angabe auf die derzeit aktiven Starlink‑Satelliten (über 9.600).
Quellen
- Quelle: SpaceX
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




