S&P Global stufte Oracle auf BBB− herab und warnt vor hohen Kosten und Abhängigkeit durch das OpenAI-Engagement.
In Kürze
- Investitionen könnten bis 2027 auf 95 Mrd. $ steigen
- Hälfte der Verbindlichkeiten (638 Mrd. $) hängt an OpenAI
- Risiko ungenutzter Rechenzentren erhöht Kreditrisiko
S&P Global hat Oracles Kreditrating von „BBB“ auf „BBB-“ gesenkt
— damit steht der Konzern nur noch eine Stufe über Ramschniveau. Als Grund nennt die Ratingagentur vor allem das Engagement mit OpenAI, das Oracle zu einem zentralen Risiko macht.
Hohe Kosten, späte Erlöse
S&P geht davon aus, dass Oracles KI-Projekt deutlich teurer wird als ursprünglich geplant. Statt der veranschlagten 60 Milliarden Dollar könnten die Investitionen bis 2027 auf bis zu 95 Milliarden Dollar ansteigen. Gleichzeitig rechnet die Agentur damit, dass die Einnahmen aus diesem Einsatz erst über mehrere Jahre fließen — also ein hohes Vorlaufrisiko für Oracle.
OpenAI dominiert Vertragsverbindlichkeiten
Knackpunkt ist laut S&P auch die Größenordnung von OpenAI innerhalb von Oracles Verpflichtungen: Rund die Hälfte der vertraglichen Verbindlichkeiten in Höhe von 638 Milliarden Dollar sei auf Geschäfte mit OpenAI zurückzuführen. Vertragsverbindlichkeiten sind dabei vertraglich zugesagte Leistungen oder Vorauszahlungen, also finanzielle Verpflichtungen, die Oracle künftig erfüllen muss.
Gefahr von ungenutzten Rechenzentren
Fällt OpenAI als Kunde weg, würde Oracle nach S&P auf erheblichen Rechenzentrumskapazitäten sitzen, die sich nur schwer anderweitig verkaufen oder nutzen lassen — ein klassisches „stranded asset“-Problem. Das erhöht das Risiko für die Kreditwürdigkeit des Unternehmens.
Vergleich mit den Hyperscalern
S&P stellt Oracle den großen Cloud-Anbietern wie Amazon Web Services, Google und Microsoft gegenüber. Diese Hyperscaler seien besser gepolstert, weil sie interne Arbeitslasten als Puffer nutzen können und über größere finanzielle Reserven verfügen. Die Agentur weist allerdings ebenfalls darauf hin, dass auch die Bilanzen der Hyperscaler bei einem Ausfall von OpenAI erheblich leiden würden.
Unsicherheit auch bei Kreditgebern und IPO-Plänen
Die Unsicherheit um OpenAI wirkt sich auch anderswo aus: SoftBank hat ein mit OpenAI-Anteilen besichertes Darlehen von ursprünglich 10 auf 6 Milliarden Dollar reduziert — Kreditgebern fällt die Bewertung des nicht-börsennotierten Unternehmens offenbar schwer. Parallel dazu hat OpenAI seinen geplanten Börsengang auf 2027 verschoben.
Quelle der Einschätzungen ist S&P Global.
Quellen
- Quelle: S&P Global
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




