Snap sortiert offenkundig KI‑generierte Clips aus, LinkedIn gibt Nutzern einen Meldebutton gegen schlechte KI‑Posts. Plattformen setzen auf Kennzeichnung und Community‑Meldungen.
In Kürze
- Snap nimmt offensichtlich automatisierte KI‑Videos aus Spotlight
- Mit Snaps KI‑Bearbeitungen bleiben erlaubt, erhalten Transparenzhinweis
- LinkedIn führt Meldebutton für „KI‑Slop“ ein, Missbrauchsrisiko bleibt
Plattformen gegen die KI‑Flut: Snap entfernt KI‑Videos aus Empfehlungen, LinkedIn bringt Meldebutton
Die wachsende Menge an billigen, sich wiederholenden KI‑Inhalten zwingt soziale Netzwerke zu Gegenmaßnahmen. Snap und LinkedIn haben nun Änderungen angekündigt, um die Qualität in ihren Feeds zu schützen — mit unterschiedlichen Ansätzen und klaren Grenzen.
Snap zieht KI‑Videos aus Spotlight
Snap hat angekündigt, KI‑generierte Videos aus den Empfehlungen von Spotlight zu nehmen. Spotlight ist Snaps kuratierte Entdecken‑ bzw. Empfehlungsrubrik für kurze Snaps; die Änderung betrifft vor allem Clips, die offensichtlich durch KI automatisiert erstellt wurden.
Inhalte, die mit Snaps eigenen KI‑Bearbeitungswerkzeugen verändert wurden, bleiben erlaubt — bekommen aber einen Transparenzhinweis, damit Zuschauer:innen sehen, welche Snaps mithilfe von KI entstanden sind.
Snap nennt zusätzlich, dass die Zahl der Spotlight‑Beitragenden um mehr als 120 % gestiegen sei. Ob dieser Zuwachs mit KI‑Tools zusammenhängt, sagt das Unternehmen nicht.
LinkedIn: „KI‑Slop“ melden — mit Problemen
LinkedIn hat einen speziellen Meldebutton eingeführt, mit dem Nutzer:innen schlechte KI‑Erzeugnisse kennzeichnen können — intern als „KI‑Slop“ bezeichnet. Damit sollen minderwertige, automatisiert erzeugte Beiträge schneller sichtbar und gegebenenfalls entfernt werden.
LinkedIn selbst warnt aber indirekt vor Grenzen des Instruments: Der Button ist anfällig für Missbrauch und setzt voraus, dass die Meldenden in der Lage sind, den Einsatz von KI zuverlässig zu erkennen und zu bewerten.
Warum die Plattformen reagieren
Hinter den Maßnahmen steht die Sorge um Qualität und Relevanz: Studien und Marktsignale deuten darauf hin, dass automatisiert erzeugte Kurzvideos bereits einen erheblichen Anteil am Angebot ausmachen. Eine Kapwing‑Analyse schätzt, dass etwa 21 % der YouTube‑Shorts KI‑generiert sind; für Instagram und Facebook wird ein ähnlicher Trend vermutet. Zugleich hat sich mit dem Scheitern von OpenAIs Social‑Video‑App Sora gezeigt, dass nicht jede KI‑Unternehmung automatisch beim Publikum ankommt.
Die aktuellen Schritte von Snap und LinkedIn zeigen, wie Plattformen versuchen, automatisierte Inhalte zu managen — unter anderem durch:
- technische Sperren
- Kennzeichnungen
- Community‑Meldewege
Wie wirksam diese Maßnahmen langfristig sind, bleibt offen; erste Lösungen stoßen bereits auf praktische und rechtliche Grenzen.
Quellen
- Quelle: Snap / LinkedIn
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




