Siri wird zur Chat‑App: Apple setzt auf Google‑Gemini und private Cloud

09.06.2026 | Allgemein, KI

Apple macht Siri zur Chat‑App und kombiniert lokale KI mit Googles Gemini in einer privaten Cloud.

In Kürze

  • Siri als eigenständige Chat‑App
  • Gemini + On‑Device‑Modelle, Private Cloud Compute
  • EU‑Nutzer und ältere Geräte müssen warten

Apple macht Siri zum Chat-Assistenten und baut Apple Intelligence groß aus

Apple kooperiert mit Google und nutzt Gemini‑Modelle, um die Leistung zu steigern, will aber die bestehende Datenschutzarchitektur beibehalten. Anfragen sollen durch eine Kombination aus lokalen Modellen auf deinem Gerät und Cloud‑Modellen in der sogenannten „Private Cloud Compute” geschützt werden — Apple sagt, weder das Unternehmen noch Dritte könnten die Anfragen einsehen.

Was neu ist

  • Siri als Chat‑App: Siri wird zu einer eigenständigen Chat‑App, die Konversationen speichert wie ein klassischer Chatbot und plattformübergreifend auf iOS, macOS, iPadOS und weiteren Systemen zur Verfügung steht.
  • Kontext und Aktionen: Siri AI kann deinen persönlichen Kontext nutzen, Bildschirminhalte verstehen und Aufgaben über App‑Grenzen hinweg ausführen — etwa Informationen aus einer App nehmen und in einer anderen Aktion auslösen.
  • Visuelle Intelligenz: Die Bildanalyse, die bislang vor allem auf dem iPhone lief, kommt erstmals auch auf Mac, iPad und visionOS.
  • Textunterstützung in Formularen und Feldern: Siri AI erscheint direkt in Textfeldern, um Texte zu verfassen, auf Rechtschreibung zu prüfen oder Feedback zu geben. Zum Start ist diese Funktion nur auf Englisch verfügbar; weitere Sprachen sollen später folgen.
  • Verbesserungen in Apple‑Apps: Zahlreiche App‑Verbesserungen werden angekündigt, darunter automatische Tab‑Sortierung, sicherheitsrelevante Passwort‑Upgrades, Hinweise bei Webseiten‑Änderungen in Safari, KI‑Vorschläge in iMessage (beispielsweise zum Teilen von Fotos) und Shortcuts, die sich per natürlicher Sprache erstellen lassen.
  • Bildgenerierung (Image Playground): Apple erweitert Bildgenerierung mit realistischeren Fotos. Die Modelle für die Erstellung laufen jetzt in Apples „Private Cloud Compute” statt nur lokal; Apple betont wiederum, keinen Zugriff auf die Bilder zu haben. Für die Nutzung gelten Limits, die sich mit einem iCloud+‑Abo erhöhen lassen.
  • Bereits angekündigte Funktionen: Manche Features wurden zuvor schon auf der WWDC 2024 vorgestellt und nun weiter ausgerollt oder präzisiert.

Wie Apple die Leistung erreicht

Apple setzt neben eigenen KI‑Modellen auch auf nicht näher bezeichnete Gemini‑Modelle von Google, um die Rechenleistung und Antwortqualität zu steigern. Die Kombination aus lokal laufenden Modellen auf dem Gerät und Cloud‑Modellen in der „Private Cloud Compute” ist zentral für Apples Datenschutzargument. Apple behauptet, dass weder das Unternehmen noch Drittparteien Zugriff auf nutzerbezogene Anfragen haben sollen.

Verfügbarkeit und Hardwareanforderungen

  • EU‑Einschränkung: In der Europäischen Union — darunter Deutschland — wird Siri AI zunächst nicht auf iPhone und iPad verfügbar sein. Das erinnert an die erste Einführung von Apple Intelligence, bei der iOS‑Funktionen später nachgezogen wurden. Als Grund nennt Apple spezielle Regeln für mobile Plattformen, etwa den Digital Markets Act.
  • Unterstützte Geräte: Apple Intelligence läuft auf iPhones ab dem Modell 15 Pro, auf Macs und iPads ab M1 sowie auf Geräten mit A17 Pro (wie dem iPad mini) und A18 Pro (MacBook Neo).
  • Leistungshardware für die stärksten lokalen Modelle: Bestimmte Funktionen erfordern aktuelle Hardware. Beispiele: Die Anpassung der Siri‑Stimme läuft aktuell nur auf iPhone‑17‑Modellen und dem iPhone Air; auf Macs sind mindestens M3‑Chips mit 16 GB RAM nötig; beim iPad Air verlangt Apple M4‑Hardware mit mindestens 12 GB RAM.
  • Abo‑Bezug: Für höhere Nutzungslimits bei der Bildgenerierung ist ein iCloud+‑Abo erforderlich.

Kurzbeschreibung der Auswirkungen für dich

Mit Siri AI bekommst du künftig einen chatbasierten Assistenten, der Text- und Bildinhalte besser verarbeiten, Aktionen über Apps hinweg ausführen und in vielen Apple‑Apps KI‑Vorschläge liefern kann. Datenschutzseitig setzt Apple auf eine Mischung aus On‑Device‑Modellen und Cloud‑Rechenleistung in der „Private Cloud Compute”. Wenn du in der EU wohnst und hauptsächlich iPhone oder iPad nutzt, musst du allerdings vorerst auf manche Funktionen warten. Außerdem sind für volle Leistung teilweise neuere Geräte und gegebenenfalls ein iCloud+‑Abo nötig.

Quellen

  • Quelle: Apple / Google
  • Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
  • Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.

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