Caitlin Kalinowski verlässt OpenAI — Grund: Pentagon-Abkommen.
In Kürze
- Rücktritt wegen Pentagon-Deal
- Bedenken: Überwachung, autonome Waffen
- OpenAI verteidigt Abkommen, nennt Grenzen
Caitlin Kalinowski, bis vor Kurzem Leiterin der Robotik-Abteilung bei OpenAI, ist zurückgetreten.
In ihrer Erklärung nannte sie das umstrittene Abkommen zwischen OpenAI und dem US-Verteidigungsministerium (Pentagon) als Hauptgrund. Besonders kritisch sah sie geplante oder mögliche Formen von Überwachung US-amerikanischer Bürger ohne richterliche Kontrolle und die Frage, ob Systeme mit sogenannter „tödlicher Autonomie“ eingesetzt werden dürfen — also Waffen, die eigenständig töten könnten, ohne dass ein Mensch das einzelne Handeln freigibt.
Für dich kurz:
Kalinowski, die zuvor bei Meta an Datenbrillen für Augmented Reality arbeitete und im November 2024 zu OpenAI wechselte, betonte in ihrer Stellungnahme, es gehe ihr um Prinzipien, nicht um persönliche Angriffe. Sie äußerte Respekt für CEO Sam Altman und das Team, kritisierte aber, die Ankündigung des Deals sei zu schnell gekommen und habe nicht ausreichend klar definierte „Guardrails“ — also Governance- und Kontrollmechanismen — enthalten.
OpenAI bestätigte den Abschied gegenüber TechCrunch und verteidigte zugleich das Abkommen mit dem Pentagon. Das Unternehmen bezeichnete den Weg als praktikabel für eine verantwortungsvolle militärische Nutzung von KI und versicherte, es habe klare Grenzen gezogen: keine heimische Überwachung und keine autonomen Waffen. OpenAI kündigte an, weiter mit Mitarbeitenden, Regierungen und zivilgesellschaftlichen Gruppen über die Regeln für den Einsatz zu sprechen.
Der Hintergrund:
Das Agreement kam kurz nach dem Scheitern von Verhandlungen zwischen dem Pentagon und dem KI-Unternehmen Anthropic. Anthropic hatte in Gesprächen versucht, Schutzklauseln gegen Massenüberwachung und vollständig autonome Waffen durchzusetzen; nachdem die Gespräche platzten, stuften die Behörden Anthropic als „Supply-Chain-Risiko“ ein. Das Unternehmen will diese Einstufung gerichtlich anfechten. Unterdessen erklärten Microsoft, Google und Amazon, das Modell Claude von Anthropic weiterhin zivilen Kund:innen anbieten zu wollen.
OpenAI hatte sein eigenes Abkommen angekündigt, das die Nutzung seiner Technologie auch in klassifizierten (geheimen) Umgebungen erlauben soll. OpenAI beschrieb den Ansatz als „weiter gefasst, mehrschichtig“ — also zusätzlich zu vertraglichen Vereinbarungen mit technischen Schutzmechanismen, um bestimmte rote Linien zu wahren.
Das Thema schlug in der Öffentlichkeit spürbar auf das Image der Anbieter durch: Die Deinstallationen von ChatGPT stiegen dem Bericht zufolge um 295 Prozent, und Anthropics Claude kletterte in die Spitze der App-Store-Charts. Am Samstagnachmittag lagen Claude und ChatGPT in Apples US-App-Store auf Platz 1 und 2 der kostenlosen Apps.
Quellen
- Quelle: OpenAI
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




