Patreon arbeitet mit Cloudflare, um KI‑Scraper von bezahlten Creator‑Inhalten fernzuhalten.
In Kürze
- Cloudflares AI Crawl Control blockiert gezielt KI‑Trainings‑Bots
- Tests: Zugriffsversuche gingen von Tausenden auf null zurück
- Pay‑Per‑Crawl und Mixed‑Use‑Block begrenzen Scraper‑Zugriff
Patreon geht einen Schritt weiter im Kampf gegen KI‑Scraper: Das Unternehmen arbeitet jetzt mit Cloudflare zusammen, um nicht nur Abfrage‑Signale zu senden, sondern konkrete KI‑Trainings‑Bots zu blockieren. Kurz gesagt: Inhalte von Creator‑Seiten sollen nicht automatisch für Trainingsdaten abgegriffen werden.
Was das Problem ist
KI‑Scraper kopieren ohne Zustimmung Beiträge, Posts und andere Inhalte von Bezahl‑Creator‑Seiten, um damit Sprach‑ und Bildmodelle zu trainieren. Patreon hatte bereits 2023 Regeln gegen solche Crawler — aber die Angriffe wurden raffinierter und verdrängten einfache Schutzmechanismen.
Warum neue Maßnahmen nötig wurden
Patreons Paywall bot zwar Schutz, doch neue Discovery‑Funktionen wie ein überarbeiteter Home‑Feed oder kurze „Quips“ (ähnlich Tweets) machen Inhalte sichtbarer — und damit auch angreifbarer für Scraper, die sich früher an robots.txt‑Signalen vorbeimogelten.
Die technische Antwort: Cloudflare AI Crawl Control
Patreon setzt Cloudflare AI Crawl Control ein. Das erlaubt Websites, KI‑Trainings‑Bots gezielt zu blockieren — und geht über die klassischen robots.txt‑Anweisungen hinaus, die oft ignoriert werden. Im Kern kann die Plattform unterscheiden zwischen Bots, die Seiten nur indexieren und Nutzer zurückbringen sollen, und solchen, die Inhalte speichern, um Modelle zu trainieren.
Zusätzliche Optionen von Cloudflare
- Cloudflare bietet außerdem eine Pay‑Per‑Crawl‑Marktplatzoption, bei der Scraper für den Zugriff zahlen müssten.
- Cloudflare hat kürzlich eine Policy‑Änderung vorgenommen: sogenannte mixed‑use Crawler — Bots, die sowohl indexieren als auch Trainingsdaten sammeln — werden auf stark werbeverseuchten Seiten standardmäßig blockiert. Das zielt auf die Crawler ab, die mehrere Aufgaben gleichzeitig erledigen.
Erste Wirkung
In Tests sank die Zahl der wöchentlichen Zugriffsversuche einzelner Trainings‑Crawler von „tausenden“ auf null. Das deutet darauf hin, dass viele Scraper zuvor robots.txt ignorierten und jetzt durch die neuen Kontrollen gestoppt werden.
Welche Bots weiterhin erlaubt sind
- Besucher‑bringende Bots will Patreon weiter zulassen — also solche, die Inhalte indexieren und Traffic zurück zur Plattform leiten.
- Nicht erlaubt sind Bots, die Content bewusst für KI‑Training abspeichern.
Patreons Haltung
Das Unternehmen betont, dass die Zustimmung zur Nutzung von Creator‑Werken nicht davon abhängen darf, ob ein Scraper Regeln befolgt. Patreon sucht offenbar nach einem Weg, Creatorn Wachstum zu ermöglichen, ohne die Kontrolle über die Nutzung ihrer Arbeit zu verlieren.
Warum das für dich relevant ist
Wenn du Creator unterstützt oder Inhalte konsumierst, schützen Plattformen wie Patreon künftig stärker die Rechte der Creators gegenüber KI‑Firmen. Für Entwickler und Betreiber von Scrapern heißt das: offenes, ungefiltertes Scrapen wird technisch und kommerziell schwieriger — Websites haben jetzt deutlich mehr Hebel, Zugriff zu begrenzen oder zu monetarisieren.
Quellen
- Quelle: Patreon / Cloudflare
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




