Neue ChatGPT‑Funktion verknüpft Gesundheitsdaten für personalisierte Antworten – vorerst in den USA.
In Kürze
- Apple Health, elektronische Patientenakten und Wellness‑Apps verbinden
- Daten werden nicht fürs Modelltraining oder für Werbung genutzt
- Kostenfrei: GPT‑5.5 Instant; bezahlt: leistungsfähigeres GPT‑5.6 Sol
OpenAI hat in den USA eine neue Funktion gestartet: „Health in ChatGPT“ steht ab sofort Nutzern ab 18 Jahren zur Verfügung. Du kannst jetzt Apple Health, elektronische Patientenakten und verschiedene Wellness‑Apps verbinden, damit ChatGPT etwa Laborwerte erklärt, Gesprächsnotizen für Arzttermine vorbereitet oder Schlaf‑und Aktivitätsdaten auswertet.
Wie die Daten verwendet werden
OpenAI betont, dass die verbundenen Gesundheitsdaten weder zum Training der Modelle noch für zielgerichtete Werbung genutzt werden. Die Health‑Funktion soll also personalisierte Auskünfte aus deinen verknüpften Daten liefern, ohne diese Informationen in die Modellverbesserung oder Werbesysteme einfließen zu lassen.
Zwei Qualitätsstufen: Gratis vs. bezahlt
Es gibt zwei Leistungsstufen: Kostenfreie Nutzer bekommen Antworten von GPT‑5.5 Instant, zahlende Kundinnen und Kunden Zugriff auf das neue Spitzenmodell GPT‑5.6 Sol. OpenAI sagt, dass GPT‑5.6 Sol deutlich bessere Hinweise zu Gesundheitsthemen liefert. In ihrem eigenen Gesundheitsbenchmark „HealthBench Professional“ liegt Sol teils deutlich vor älteren Modellen — und schlägt laut OpenAI sogar Ärztinnen und Ärzte in dieser Testumgebung.
- Kostenfreie Nutzer: Antworten von GPT‑5.5 Instant
- Bezahlte Nutzer: Zugriff auf GPT‑5.6 Sol
Beispielwerte: Vollständigkeit 88,0 % (Sol) versus 53,2 % (älteres Modell), Nützlichkeit für Entscheidungen 83,0 % versus 50,8 %.
Einordnung der Benchmarks
OpenAI weist darauf hin, dass Benchmarks künstliche Testumgebungen sind. Ärztinnen und Ärzte können in solchen Prüfungen schlechter abschneiden, weil ihnen dort Zeit, Hilfsmittel oder die Möglichkeit zur körperlichen Untersuchung fehlen. Zudem nennt OpenAI, dass mehr als 260 Ärztinnen und Ärzte an der Entwicklung beteiligt waren.
Praxis und Nutzungserfahrung
OpenAI beobachtet ein deutliches Wachstum bei Gesundheitsfragen: Aktuell seien es über 300 Millionen Nutzeranfragen pro Woche, im Januar waren es noch 230 Millionen. Aus Tests ergab sich außerdem ein Nutzungsproblem: Mehr als 70 Prozent der Teilnehmenden stellten Fragen, die außerhalb ihres unmittelbaren Gesundheitsbereichs lagen — weil ein Wechsel in einen separaten Gesundheitsbereich zu umständlich war. Deshalb fließt die Health‑Funktion nun in alle Gespräche ein; ein eigener Bereich bleibt allerdings für Datenpflege und Archiv erhalten.
Risiken und rechtliche Verfügbarkeit
OpenAI macht klar, dass ChatGPT ärztliche Beratung nicht ersetzt und Fehler machen kann. Die Verfügbarkeit außerhalb der USA ist unklar: In der Januar‑Ankündigung war der Europäische Wirtschaftsraum, die Schweiz und das Vereinigte Königreich ausdrücklich ausgeschlossen. OpenAI führt das nicht im Detail aus, nennt aber mögliche Gründe wie strengere Datenschutzvorgaben oder die Einstufung der Funktion als Medizinprodukt unter EU‑Recht.
Ergebnisse aus anderen Tests
Der Radiologie‑Benchmark RadLE 2.0 zeigte kürzlich, dass keines von 16 getesteten KI‑Modellen das Niveau menschlicher Radiologinnen und Radiologen erreichte; viele Modelle traten mit falsch sicher formulierten Befunden auf, anstatt Unsicherheit zu signalisieren. Gleichzeitig gibt es auch positive Beispiele: Systeme wie MIRA und AMIE erkannten in simulierten Sprechstunden Zusammenhänge, die menschliche Fachkräfte übersehen hatten, oder lieferten Ergebnisse auf Augenhöhe mit Hausärztinnen und Hausärzten.
Quelle
Quellen
- Quelle: OpenAI
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




