Branchenverbände schlagen Kennzeichnungen für KI-Songs vor – nicht alle Inhalte sind erfasst.
In Kürze
- Zwei Labels: KI-generiert vs KI-unterstützt
- Songtexte, Cover und Melodien bleiben außen vor
- Große Streaming-Dienste fehlen; Deezer meldet 44% KI-Uploads
Wenn du in Zukunft neue Songs durchklickst, könnten manche davon ein kleines KI-Label auf dem Cover tragen. Die Musikbranche hat einen Vorschlag vorgelegt, mit dem Veröffentlichungen je nach Anteil künstlicher Intelligenz gekennzeichnet werden sollen — ohne KI grundsätzlich zu verbieten.
Zwei Etiketten, eine Unterscheidung
Geplant sind zwei Kennzeichnungen:
- KI-generiert: soll zum Einsatz kommen, sobald etwa der Leadgesang oder „zentrale Instrumentalparts“ per Prompt erstellt wurden. (Ein Prompt ist einfach die Beschreibung oder Eingabe, die du einer KI gibst, damit sie etwas erzeugt.)
- KI-unterstützt: bedeutet dagegen, dass Aufnahme, Gesang und Hauptinstrumente im Wesentlichen von Menschen eingespielt wurden.
Was ausdrücklich außen vor bleibt
Nicht Teil der Kennzeichnung sind Songtexte, Coverbilder und Musikvideos — Texte könnten also komplett von einer KI stammen, ohne dass der Track als KI-generiert markiert wird, selbst wenn ein Mensch singt. Auch Kompositionen wie Melodie oder Arrangement sind aktuell nicht erfasst. Theoretisch könnte eine KI also die Melodie schreiben, ohne dass das Label greift, solange Gesang oder Hauptinstrumente von Menschen stammen. Die Verbände sagen, die Regeln sollen sich mit der Technik weiterentwickeln.
Ausdrückliche Beispiele für nicht erfasste Elemente:
- Songtexte
- Coverbilder
- Musikvideos
- Kompositionen (Melodie, Arrangement)
Wer steht hinter der Idee — und wer fehlt
Große Branchenverbände unterstützen den Vorschlag:
- RIAA
- IFPI
- Bundesverband Musikindustrie (BVMI)
- Unabhängige Netzwerke: WIN, A2IM, IMPALA
- US-Gewerkschaft SAG-AFTRA
- Die Grammy-Organisation
- „Human Artistry Campaign”
Auffällig fehlen hingegen prominente Streaming-Anbieter:
- Spotify
- Apple Music
- YouTube
- Amazon
Ihr Branchenverband DMA erklärt, man beobachte die Entwicklung und wolle vor allem verlässlichere Metadaten vom Creator bis zum Hörer.
Warum das jetzt relevant ist
Streaming-Plattformen melden zunehmend KI-Inhalte: Deezer etwa wies für April 2026 aus, dass 44 Prozent der neuen Uploads KI-generiert waren — fast viermal so viele wie ein Jahr zuvor. Außerdem hatten 43 Prozent der Nutzer, die von einem anderen Dienst wechselten, bereits KI-Songs in ihren Playlists.
Die Verbände betonen, dass es ihnen nicht darum geht, Künstlern den Einsatz von KI zu verbieten, sondern den Einsatz transparenter zu machen — was die Ausklammerung von Texten und Kompositionen für viele Beobachter zu einer offenen Frage macht.
Wie die Kennzeichnung aussehen soll
Die Labels sollen ähnlich wie die bekannten „Explicit Lyrics“-Hinweise auf Covern platziert werden. Die Initiative war zuerst im Wall Street Journal berichtet worden; die Verbände bestätigten die Pläne anschließend auf ihren Webseiten und in sozialen Medien.
Quellen
- Quelle: RIAA / BVMI
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




