Microsofts neues Tool scannt deine Salesforce‑Org, schätzt Migrationsaufwand und automatisiert Teile der Übertragung.
In Kürze
- Automatischer Lesezugriff erstellt Inventar von Objekten, Feldern, Flows und Apex
- Vorgeschlagene Dataverse‑Mappings und teilautomatisierte Datenübertragung
- Apex‑Konvertierung und Anhänge bleiben manuell; Vorschau nur in USA, Entra‑Konto nötig
Microsoft hat Dynamics 365 Activate angekündigt — ein KI-gestütztes Werkzeug, das Unternehmen beim Umzug von Salesforce zu Dynamics 365 analysiert, den Migrationsaufwand abschätzt und Teile der Übertragung automatisiert. Die öffentliche Vorschau ist gestartet, steht aber nur eingeschränkt zur Verfügung.
Was das Tool scannt
Activate liest deine Salesforce-Organisation im Lesezugriff aus und identifiziert automatisch Struktur und Bestandteile:
- Objekte und Felder
- Beziehungen zwischen Datensätzen
- Flows und Workflow-Regeln
- Apex-Klassen (benutzerdefinierter Code)
- Lightning-Seiten
- installierte Pakete
- Lizenz- und Lokalisierungseinstellungen
Die Analyse liefert damit ein umfassendes Inventar deiner Quellumgebung.
Wie Activate hilft
Auf Basis der Untersuchung zeigt das Tool, welche Elemente direkt übernommen, vereinfacht oder neu gestaltet werden sollten. Damit macht es Aufwand und Risiken sichtbar, noch bevor etwas ins Zielsystem geschoben wird. Activate erzeugt außerdem Zuordnungsvorschläge: Salesforce-Objekte und -Felder werden Entitäten in Dataverse gegenübergestellt.
Für klassische CRM-Daten wie:
- Accounts
- Kontakte
- Leads
- Opportunities
- Servicefälle
liegen vorgefertigte Mappings vor, die du prüfen und bei Bedarf anpassen musst.
Datenübertragung und Abgleich
Nach der Zuordnung kann Activate die benötigten Tabellen, Spalten und Beziehungen im Dataverse anlegen und strukturierte Datensätze übertragen.
Eine Abgleichsfunktion vergleicht Quell- und Ziel-Datensatzanzahlen, damit Fehler in der Stückzahl früh auffallen.
Was nicht automatisch passiert
Automatisierungen und Apex-Code werden zwar analysiert und der Aufwand für ihre Migration geschätzt, sie werden aber nicht automatisch konvertiert oder migriert.
Ebenso nicht übernommen werden:
- Anhänge, Dateien, Dokumente und andere Binärdaten — diese müssen separat geregelt werden.
Microsoft verweist als Beispiele auf Migrationen von Salesforce-Workflows zu Power-Automate-Flows oder individuelle Migrationslösungen.
Verfügbarkeit und technische Hinweise
Activate läuft derzeit in einer öffentlichen Vorschau, Microsoft weist auf Funktions-Einschränkungen hin und empfiehlt, das Tool nicht im Produktivbetrieb einzusetzen.
- Zugang setzt ein Entra-Arbeitskonto voraus; Registrierungen müssen genehmigt werden und die Anmeldung erlaubt aktuell nur die Region USA.
- Standardmäßig nutzt Microsoft verwalteten Azure Storage zur Zwischenspeicherung der Migrationsdaten.
- Alternativ kannst du eigene Azure Blob-Storage-Container und Azure SQL-Datenbanken in deiner eigenen Azure-Subscription verwenden, um temporäre Daten, Analyseergebnisse, Zuordnungen und Migrationshistorie zu speichern.
Ausblick
Microsoft plant, Activate künftig um weitere Implementierungs- und Migrationsszenarien zu erweitern — etwa für ERP-Systeme und andere Geschäftsanwendungen — nennt aber noch keine konkreten Produkte, Regionen oder Zeitpunkte.
Quellen
- Quelle: Microsoft
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




