Microsoft ersetzt externe Copilot‑KIs durch eigene MAI‑Modelle, vor allem zur Kostensenkung.
In Kürze
- MAI in Office
- Kosten senken
- Leistung kann abweichen
Microsoft baut eigene KI-Modelle in Copilot-Funktionen ein — vor allem, um Kosten zu senken.
Was passiert gerade?
Microsoft ersetzt in Teilen seiner Copilot-Features — zum Beispiel in Excel, Outlook und GitHub Copilot — Modelle von OpenAI und Anthropic durch eigene KI-Modelle, die das Unternehmen als MAI bezeichnet. Bald sollen die MAI-Modelle auch bei Transkriptionen in Teams zum Einsatz kommen. Laut Bloomberg verarbeiten diese internen Modelle in Excel und Outlook bereits zehntausende Anfragen pro Woche; der Anteil ist momentan noch klein, soll aber wachsen.
Welche Modelle hat Microsoft vorgestellt?
Auf der Entwicklerkonferenz Build präsentierte Microsoft sieben neue MAI-Modelle, darunter MAI‑Thinking‑1, ein sogenanntes Reasoning‑Modell, das komplexere Schlussfolgerungen anstellen soll. Interne menschliche Bewertungen zeigten, dass Thinking‑1 beim Programmieren mit einigen Konkurrenten mithalten kann. Unabhängige Benchmarks ordnen Thinking‑1 allerdings hinter die Spitzenmodelle von OpenAI und Anthropic ein und sehen es eher auf dem Niveau von Deepseek V3.2. (Ein Benchmark ist ein standardisierter Leistungsvergleich zur Messung der Modellleistung.)
Warum Microsoft den Wechsel vollzieht
Der Hauptgrund ist ökonomisch: Microsofts KI‑Chef Mustafa Suleyman sagte im Juni, man zahle viel an Anthropic und wolle diese Ausgaben reduzieren oder ganz vermeiden. CEO Satya Nadella deutete zusätzlich an, dass die Abrechnung künftig stärker nutzungsbasiert statt als Flatrate laufen könnte — MAI‑Modelle würden als günstigere Standardoption dienen, während externe Spitzenmodelle von OpenAI oder Anthropic gegen Aufpreis erhältlich sein könnten.
Was das für dich bedeuten kann
Für Nutzer:innen könnte das heißen: Du zahlst womöglich denselben Preis für Produkte wie Office, erhältst aber standardmäßig KI‑Antworten von MS‑eigenen, kostengünstigeren Modellen. Wenn du hohe KI‑Leistung brauchst, könnte das zusätzliche Kosten bedeuten, weil Zugriff auf externe Spitzenmodelle extra kostet.
Alternativ könntest du eine leichte Verschlechterung der Standard-KI‑Ergebnisse bemerken, falls Microsoft seine eigenen Modelle statt der bisherigen externen nutzt.
Wie wurden die MAI‑Modelle trainiert?
Microsoft betont, die MAI‑Modelle seien mit „sauberen, kommerziell lizenzierten Daten” trainiert und damit sicherer für Unternehmen. Im technischen Paper wird jedoch auch Common Crawl genannt — ein frei zugänglicher Webdatensatz, dessen rechtliche Nutzung für KI‑Training nicht abschließend geklärt ist. Damit ähnelt Microsoft in der Datennutzung anderen KI‑Anbietern, präsentiert seine Datengrundlage aber als besonders „sauber”.
Kurz gesagt (kein Fazit, nur Fakten)
Microsoft setzt verstärkt auf eigene KI‑Modelle, um Kosten zu drücken und die Kontrolle über KI‑Integrationen in seinen Produkten zu erhöhen. Die neuen MAI-Modelle sind bereits in Teilen produktiv, erreichen aber laut unabhängigen Tests nicht durchgehend Spitzenleistungen im Vergleich zu OpenAI und Anthropic. Nutzer:innen sollten damit rechnen, dass Standardfunktionen künftig häufiger mit Microsoft‑Modellen laufen — mit möglichen Auswirkungen auf Leistung und Kosten, je nachdem, wie viel Wert du auf die „stärksten” Modelle legst.
Quellen
- Quelle: Microsoft
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




