Meta hat das Teilen von Muse-Chats gestoppt, nachdem Sicherheitsforscher tausende per DNS auffindbare Links fanden.
In Kürze
- Mehr als 6.800 Muse-Links über öffentliche DNS-Einträge aufgespürt
- Link-Aufbau aus Titel und ID machte Chats einfach rekonstruierbar
- Meta deaktiviert Teilen, prüft Änderungen zum Schutz der Links
Meta hat die Freigabe-Funktion für Muse vorübergehend gestoppt, nachdem Sicherheitsforscher Tausende öffentlich zugängliche Chat-Links entdeckt haben.
Muse ist Metas KI-Assistent; die betroffene Funktion ermöglichte es, komplette Konversationen per Link mit anderen zu teilen — genau diese Links waren offenbar leichter zu finden, als gedacht.
Wie die Sicherheitsfirma Claroc berichtet, wurden mehr als 6.800 Muse-Links über öffentliche DNS-Einträge aufgespürt. DNS ist das Verzeichnis des Internets, das lesbare Domain-Namen in technische Adressen übersetzt. Indem Claroc öffentliche DNS-Daten durchsuchte, ließ sich rekonstruieren, welche Links zu Muse-Chats führten — und welche Inhalte dahintersteckten.
Grund für die Auffindbarkeit
Der Grund für die Auffindbarkeit liegt in der Art, wie Meta die Links baut: Aus dem Titel der Unterhaltung (einer kurzen Beschreibung) und einer Zufalls-ID wird der geteilte Link zusammengesetzt. Oft verriet schon der sichtbare Hostname, worum es in der Unterhaltung ging. Weil Titel und ID in Kombination in öffentlichen DNS-Einträgen auftauchten, konnten Sicherheitsforscher vollständige Adressen rekonstruieren und direkt auf die Chats zugreifen.
Unter den offen zugänglichen Chats fanden sich laut Bericht mehrere sensible Daten, unter anderem:
- Umsatzzahlen einer Marketingfirma,
- eine Kreditanfrage eines Kleinunternehmers,
- ein komplettes Jahreskalender-File eines Arbeitsplatzes,
- Gesprächsnotizen zu einem Bewerber für ein KI-Labor.
Reaktion
Meta hat die Funktion vorerst deaktiviert. Eine Sprecherin, Tracy Clayton, sagte gegenüber The Verge, dass das Teilen per Link zwar möglich sei, die Funktion aber gestoppt wurde, „bis der Bericht geprüft und mögliche Änderungen vorgenommen sind, um die Auffindbarkeit der Links zu verhindern.“
Kontext
Dieses Problem ist kein Einzelfall: Bereits zuvor tauchten geteilte KI-Chats von Diensten wie ChatGPT, Claude und Grok öffentlich in Suchmaschinen auf. Das zeigt, dass die technische Umsetzung von Link-Sharing entscheidend dafür ist, wie privat oder öffentlich Inhalte tatsächlich bleiben.
Folgerung
Für dich heißt das: Auch wenn ein KI-Dienst angibt, dass Inhalte „nur per Link“ geteilt werden, schützt das nicht automatisch vor Auffindbarkeit. Design-Entscheidungen — etwa welche Informationen im Link oder im DNS sichtbar sind — können dazu führen, dass eigentlich private Konversationen doch im Internet landen.
Quellen
- Quelle: Meta / Claroc
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




