Meta sperrt vorübergehend KI‑Charaktere für Jugendliche weltweit und entwickelt eine altersgerechte Version mit Eltern‑Kontrollen.
In Kürze
- Zugriff für als Teenager identifizierte Konten wird in den kommenden Wochen gesperrt
- Neue Fassung soll altersgerechte Antworten und Eltern‑Kontrollen bringen
- Schritt erfolgt im Kontext von Gerichtsverfahren und Medienkritik
Meta schaltet vorübergehend den Zugang zu seinen KI‑Charakteren für Jugendliche weltweit ab. Das Unternehmen teilte TechCrunch exklusiv mit, das Projekt nicht zu beenden, sondern an einer überarbeiteten Version für Teenager zu arbeiten.
Wer ist betroffen?
In den kommenden Wochen werden Nutzer:innen, die als Jugendliche in ihren Konten angegeben sind, keinen Zugriff mehr auf die KI‑Charaktere haben. Das gilt auch für Profile, die als erwachsen erscheinen, bei denen Meta aber per Alters‑Schätztechnik auf Teenager schließt. Diese Altersschätzung nutzt Hinweise aus dem Nutzerverhalten und Profilinformationen, um ein ungefähres Alter zu bestimmen.
Was ändert sich an Eltern‑Kontrollen?
Im Oktober hatte Meta bereits Funktionen für Erziehungsberechtigte vorgestellt: Kontrolle über Themen, die Sperrung einzelner Charaktere oder das komplette Abschalten von Chats. Diese Optionen sollten noch dieses Jahr kommen, werden jetzt aber zurückgestellt — stattdessen werden KI‑Charaktere für Teenager komplett abgeschaltet, bis die neue Version bereitsteht.
Wie soll die neue Version aussehen?
Meta sagt, die überarbeitete Fassung soll altersgerechte Antworten liefern und Themen wie Bildung, Sport und Hobbys in den Vordergrund stellen. Außerdem sind eingebaute Eltern‑Kontrollen geplant. Anders als zuvor berichtet, korrigierte Meta: Die neue Version werde nicht nur für Jugendliche verfügbar sein, sondern für alle Nutzer:innen — mit zusätzlichen Eltern‑Kontrollen für Teenager.
Warum passiert das gerade jetzt?
Der Schritt fällt kurz vor einem Prozess in New Mexico, in dem Meta vorgeworfen wird, nicht genug gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern auf seinen Plattformen unternommen zu haben. Medien berichten außerdem, Meta habe versucht, bestimmte Ermittlungsunterlagen zur Wirkung sozialer Medien auf die psychische Gesundheit von Teenagern einzuschränken. Parallel dazu läuft ein weiterer Prozess mit Vorwürfen zur Suchtwirkung sozialer Medien, bei dem Mark Zuckerberg voraussichtlich aussagen soll. In diesem Umfeld steht die Branche insgesamt verstärkt unter Beobachtung.
Branchenweit ähnliche Maßnahmen
Auch andere Anbieter haben ihre Angebote für Minderjährige angepasst:
- Character.AI schränkte offene Gespräche für Unter‑18‑Nutzer ein und plant interaktive Geschichten für Kinder.
- OpenAI hat neue Jugendschutzregeln für ChatGPT eingeführt und nutzt ebenfalls Altersvorhersagen, um Inhalte zu begrenzen.
Wie geht es weiter?
Meta will den Zugriff für Teens in den kommenden Wochen abschalten und an der neuen Version arbeiten. Einen genauen Zeitplan für die Rückkehr der KI‑Charaktere nannte das Unternehmen nicht.
Quellen
- Quelle: Meta
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




