MDR meldet hunderte KI‑Deepfakes in einer mutmaßlich russischen Desinformationskampagne.
In Kürze
- 338 Beiträge unter dem Namen „Matrjoschka“ dokumentiert
- Logos von MDR und großen Medien wurden missbraucht
- Auswärtiges Amt spricht von hybrider Bedrohung
Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) behauptet, Ziel einer groß angelegten Desinformationskampagne geworden zu sein, die nach Angaben von Sicherheitsbehörden mutmaßlich aus Russland gesteuert wird. Ziel der Aktionen soll es gewesen sein, die öffentliche Meinung vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zu beeinflussen.
Datensatz „Matrjoschka“
Unter dem Namen „Matrjoschka“ hat der MDR einen Datensatz dokumentiert, der seit dem 24. Juli insgesamt 338 Beiträge umfasst. In mehreren Fällen wurde das MDR-Logo beziehungsweise der Sender selbst als vermeintlicher Absender missbraucht. Gefälschte Videos beschuldigen Landes- und Kommunalpolitiker in frei erfundenen Szenarien schwerwiegender Verbrechen.
Rolle von KI und Medienmarken
Viele der Beiträge stammen laut MDR aus künstlicher Intelligenz: Deepfakes — also mit KI erzeugte, realistisch wirkende Fälschungen von Bildern und Videos — spielen eine große Rolle. Um die Fälschungen glaubwürdiger wirken zu lassen, kamen auch Logos und Titelseiten bekannter Medienmarken wie „Tagesschau“ und „Spiegel“ zum Einsatz.
Einordnung und Reaktionen
Das Auswärtige Amt ordnet solche Aktionen der „hybriden Bedrohung“ durch Russland zu, also einem Bündel staatlicher und nichtstaatlicher Maßnahmen, die darauf abzielen, gesellschaftliche Spannungen zu schüren. MDR-Chefredakteurin Christin Bohmann bezeichnet die Fälschung journalistischer Marken als „Angriffe auf die Glaubwürdigkeit freier Medien“ und betont, der Sender halte an verlässlicher, faktenbasierter Berichterstattung fest.
Hinweise des MDR
Der MDR weist zusätzlich darauf hin, dass verifizierte Beiträge ausschließlich auf der eigenen Website und den offiziellen Social‑Media‑Kanälen erscheinen. Unbestätigte oder offensichtliche Fälschungen sollten demnach nicht als Quelle für Informationen dienen.
Frühere Identifikationen
Bereits Anfang 2025 hatte die Nachrichtenagentur AFP auf der Plattform Bluesky rund 50 Beiträge der „Matrjoschka“-Kampagne identifiziert; auch dort traten auffällige KI‑Deepfakes auf, zum Teil mit erfundenen Aussagen angeblicher Universitätsprofessoren.
Tipps zur Erkennung
Solche Fälschungen lassen sich mitunter schwer von echten Nachrichten unterscheiden.
- Achte darauf, ob ein Beitrag wirklich auf der offiziellen Seite des genannten Mediums steht.
- Prüfe die URL.
- Vergleiche mit den offiziellen Social‑Media‑Accounts.
- Nutze bei Zweifeln Reverse‑Image‑Search oder bekannte Faktencheck-Angebote.
Offizielle Mitteilungen des MDR bieten einen sicheren Referenzpunkt, wenn du dir unsicher bist.
Quellen
- Quelle: Mitteldeutscher Rundfunk (MDR)
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




