KI ist in vielen deutschen Betrieben Alltag: 62% nutzen KI regulär. Mitbestimmung beeinflusst Akzeptanz und Belastung.
In Kürze
- 62% der Unternehmen setzen KI im Regelbetrieb ein
- Betriebsräte verringern wahrgenommene Belastung
- KI wird vor allem für Effizienz, Qualität und Entlastung genutzt
KI 2025: In immer mehr Betrieben läuft die Technik im Regelbetrieb — Mitbestimmung entscheidet über Akzeptanz
Künstliche Intelligenz ist kein bloßes Zukunftsthema mehr, das zeigen aktuelle Daten des Weizenbaum‑Instituts: Der Anteil der deutschen Unternehmen, die KI im Regelbetrieb einsetzen, stieg innerhalb eines Jahres von 50 auf 62 Prozent. Zählt man laufende Pilotprojekte hinzu, nutzen oder testen 74 Prozent der befragten Betriebe die Technologie.
Wo KI schon Alltag ist
KI läuft derzeit vor allem in IT‑Abteilungen, der Verwaltung und im Marketing. Besonders verbreitet ist der Einsatz in IT‑Sicherheit und Programmierung:
- IT‑Sicherheit und Programmierung: Jeweils rund 55 Prozent der Betriebe geben an, dort KI im Regelbetrieb zu haben.
- Personalwesen: Insgesamt arbeiten etwa 25 Prozent der Unternehmen mit KI im HR‑Bereich (18 Prozent im Regelbetrieb, 7 Prozent in Pilotprojekten).
Warum Firmen KI einsetzen
- Effizienzsteigerung: Fast 80 Prozent der Betriebe nennen Effizienzsteigerung als Hauptmotiv.
- Personal ersetzen: Zugleich hat die Vorstellung, Beschäftigte könnten ersetzt werden, in der Diskussion Gewicht: Rund 40 Prozent der Unternehmen geben an, Personal ersetzen zu wollen.
- Praxis — Zeitnutzung: In der Praxis zeichnet sich jedoch ein anderes Bild: Über 80 Prozent der Betriebe nutzen die durch KI frei werdende Zeit vor allem, um die Qualität von Produkten und Dienstleistungen zu verbessern.
- Entlastung: Etwa drei Viertel setzen die Zeitersparnis außerdem dafür ein, Überlastung abzubauen und Beschäftigte zu entlasten — KI fungiert also häufig als Puffer gegen Arbeitsdruck.
Wie belastbar sind die Ergebnisse?
Die Studie basiert auf einer Panel‑Befragung (2024/2025) mit 440 Unternehmen aus Industrie und Dienstleistung, jeweils ab 50 Beschäftigten. In mehr als 230 Fällen wurden sowohl das Management als auch der Betriebsrat befragt, sodass sich unterschiedliche Perspektiven gegenüberstellen lassen. Wichtig: Untersucht wurden KI‑relevante Branchen; Kleinstbetriebe sind nicht Teil der Stichprobe.
Mitbestimmung als Schlüsselfaktor
Ein zentraler sozialer Befund der Untersuchung lautet: Erfolg und Akzeptanz von KI hängen stark von Mitbestimmung ab. In Betrieben, in denen Betriebsräte früh eingebunden werden (derzeit in etwa 53 Prozent der Fälle), empfinden Beschäftigte weniger zusätzliche Belastung. Fehlt diese Einbindung, steigt das Misstrauen: Führungskräfte sehen eher Chancen, Arbeitnehmervertretungen fürchten dagegen einen schleichenden Verlust an Handlungsspielräumen. (Zum Verständnis: Betriebsrat ist die gewählte Interessenvertretung der Beschäftigten im Betrieb.)
Worauf Forscher hinweisen
Der Sozialwissenschaftler Martin Krzywdzinski mahnt, dass Mitbestimmung nicht automatisch als Innovationsbremse abgetan werden dürfe. Zwar könne Abstimmung den Roll‑out verzögern, dieser Zeitverlust sei jedoch eine sinnvolle Investition in soziale Nachhaltigkeit. Voraussetzung für positive Effekte seien eine ausgeglichene Machtbalance im Betrieb und die klare Ausrichtung darauf, dass der Mensch im Mittelpunkt bleibt.
Quellen
- Quelle: Weizenbaum-Institut
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




