Deepfakes sind ein Geschäftsrisiko. World will Identität in Videocalls per Iris-Scan prüfen.
- 62% der Firmen meldeten Deepfake-Angriffe
- World ID: Orb scannt Iris, zeigt blaues Zoom-Symbol
- Verschlüsselte Daten & Blockchain; Datenschutz bleibt umstritten
Deepfakes sind kein kleines Ärgernis mehr, sondern ein handfestes Geschäftsrisiko.
Laut einer Gartner-Umfrage vom September 2025 gaben 62 Prozent der befragten Unternehmen an, im Vorjahr von Deepfake-Attacken betroffen gewesen zu sein. Eine häufige Masche: Täter geben sich bei Vorstellungsgesprächen als andere Personen aus, um so Zugang zu Daten oder Systemen zu erlangen.
World ID
Als Reaktion darauf hat die von Sam Altman mitgegründete Firma World ein Verifizierungsverfahren namens World ID vorgestellt, das in Videoanrufen — etwa bei Zoom — sichtbar machen soll, ob eine Person echt ist. Kernstück der Lösung ist ein kugelgroßes Gerät, der Orb (etwa so groß wie ein Fußball), das die Iris scannt. Wird die Identität bestätigt, erscheint in Zoom ein blaues Symbol als Nachweis.
World betont, dass die Identitätsdaten verschlüsselt gespeichert würden, sodass das Unternehmen selbst sie nicht auslesen könne. Grundlage dafür sind kryptografische Verfahren. Zur zusätzlichen Dezentralisierung und Absicherung setzt World auf Blockchain-Technologie — also ein verteiltes Register, das Manipulation erschweren soll. Das Protokoll ist Open Source; potenzielle Wettbewerber könnten es also nutzen.
Tiago Sada, Chief Product Officer bei World, vergleicht die anfängliche Skepsis gegenüber World ID mit frühen Reaktionen auf biometrische Verfahren wie Touch ID: Vertrauen brauche Zeit. Er äußerte außerdem, ein Großteil der Krypto-Szene sei „Quatsch“, aber ein kleiner Teil sei vielversprechend — Worte, die offenbar auch auf kritische Datenschützer abzielen dürften.
Trotz der technischen Versprechen bleiben Bedenken: Die Kombination aus biometrischen Scans, Blockchain und der Verbindung zu OpenAI-Chef Sam Altman sorgt bei einigen Beobachtern für Skepsis. World selbst testet World ID derzeit unter anderem in Zoom-Umgebungen, und mehrere Banken sowie Finanzdienstleister planen oder haben bereits Implementierungen angekündigt.
Verifizierungsstufen
- Proof of Attributes: niedrigste Stufe, Identitätsprüfung per gescanntem Ausweisdokument.
- Proof of Presence: erfordert ein Selfie.
- Proof of Human: höchste Stufe; verlangt ein Selfie, das mit auf dem Orb gespeicherten biometrischen Daten abgeglichen wird — nur bei dieser Stufe ist ein Iris-Scan nötig.
Quelle
Quellen
- Quelle: World / Zoom
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




