Analyse 2011–2026 in DACH: Einstellungsquoten sinken, IT/TK zeigt mehr Resilienz, HR-Prioritäten verschieben sich.
In Kürze
- Aktive Einsteller DACH: 66% → 41%
- IT/TK: aktive Einsteller fallen, geplante Einstellungen steigen (14% → 25%)
- HR-Fokus: Rekrutierung, Bindung, flexible Arbeit; Umsetzung oft lückenhaft
Hays-Studie: Wie sich HR und Einstellungen in der IT-Branche (2011–2026) verändert haben
Ein großer Personaldienstleister und ein Forschungsinstitut haben die Entwicklung der Arbeitswelt in der DACH-Region zwischen 2011 und 2026 untersucht – und liefern ein ziemlich klares Bild: Insgesamt wird weniger eingestellt, die IT- und Telekommunikationsbranche zeigt sich aber robuster als der Gesamtmarkt.
Worum geht’s?
Hays (rund 13.000 Mitarbeitende) und das Institut für Beschäftigung und Employability (IBE) haben Daten aus 15 Jahren analysiert. Der Fokus liegt auf Einstellungen, HR-Prioritäten und dem Wandel in HR-Rollen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Weniger Neueinstellungen insgesamt
Seit 2012 ist der Anteil der Firmen, die aktiv einstellen, von 66 % auf 41 % gesunken. Parallel erhöhte sich der Anteil der Unternehmen, die gar keine Einstellungen planen, von 15 % auf 31 %.
Als Treiber nennen die Autoren vor allem:
- wirtschaftliche Unsicherheit
- die Erwartung, dass KI viele Routineaufgaben übernimmt
IT und Telekommunikation: widerstandsfähiger, aber anders
Auch die IT-/TK-Branche verzeichnet weniger sofortige Einstellungen – der Anteil aktiver Einsteller fiel von 68 % auf 44 %. Im Gegensatz zum Gesamtmarkt ist hier jedoch der Anteil der Firmen mit geplanten Einstellungen gestiegen: von 14 % auf 25 %.
Das deutet darauf hin, dass in der Branche stärker mit langfristiger Planung gearbeitet wird und zyklische Einstellungen an Bedeutung verlieren.
HR-Prioritäten verschieben sich
Über die 15 Jahre haben folgende Themen an Bedeutung gewonnen:
- Rekrutierung
- Mitarbeiterbindung
- flexible Arbeitsmodelle
Klassische Themen wie Führung und Unternehmenskultur spielen dagegen eine geringere Rolle als früher.
Ein Sonderfall: Mitarbeiterbindung in IT/TK
Beim Thema Mitarbeiterbindung zeigt sich ein gespaltenes Bild: Im Gesamtmarkt stieg die Relevanz dieses Themas von 43 % (2011) auf 55 % (2026). In IT und Telekommunikation jedoch sank der Wert von 53 % auf 45 %.
Die Studie führt das auf häufige Faktoren in der Branche zurück:
- Umstrukturierungen
- Konsolidierungen
- Schrumpfungen großer IT-Abteilungen
Dort liegt der Fokus eher auf:
- Effizienz
- Kostenoptimierung
- strategischer Neuausrichtung
Reden vs. Tun
Ein durchgehendes Muster in den Reports ist die Lücke zwischen Anspruch und Umsetzung. Viele Unternehmen sprechen intensiv über Themen wie
- Führung
- Work‑Life‑Balance
- Weiterbildung
setzen diese Maßnahmen aber oft nicht konsequent um. Statt radikaler Neuerungen werden vorhandene Prozesse eher weiter optimiert.
Die Rolle von HR hat sich verschoben
Personalverantwortliche richten sich stärker an klassischen Managementthemen aus – auf der Agenda stehen häufiger:
- Leistung
- Transformation
- Kultur
Das kann heißen, dass HR die Perspektive der Geschäftsführung übernimmt oder tatsächlich enger in strategische Entscheidungen eingebunden ist und als Business Partner agiert.
Kurz und knapp
Die IT-Branche zeigt mehr Widerstandskraft als der Gesamtmarkt, die HR-Prioritäten haben sich verschoben, und die Lücke zwischen Anspruch und Praxis bleibt bestehen.
Quellen
- Quelle: Hays / Institut für Beschäftigung und Employability (IBE)
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




