GM macht dein E‑Auto zum Stromlieferanten – V2G, Natrium‑Ion und Energy Pass

10.06.2026 | Allgemein, KI

GM vernetzt E‑Autos, Speicher und Ladelogistik stärker mit dem Stromnetz: V2G‑Updates, Natrium‑Ion‑Stationärspeicher und ein einheitlicher Ladepass.

In Kürze

  • V2G‑Firmware für bereits verkaufte Chevys, Cadillacs und GMCs
  • Natrium‑Ion‑Stationärspeicher für kostengünstige Netzanwendungen
  • Energy Pass und NACS‑Support vereinfachen Laden und Bezahlung

Dein Auto als Stromlieferant: General Motors will Elektroflotten ins Netz einbinden

Auf einer Veranstaltung in San Francisco hat General Motors eine Reihe neuer Maßnahmen vorgestellt, mit denen Elektroautos, stationäre Speicher und Ladelogistik stärker mit dem Stromnetz verzahnt werden sollen — eine Reaktion auf steigenden Strombedarf etwa durch KI‑Rechenzentren und andere Großverbraucher.

V2G-Funktionen für bestehende Fahrzeuge

GM schaltet Funktionen frei, mit denen bereits verkaufte Elektrofahrzeuge und vorhandene Heimenergiesysteme nicht nur Strom aufnehmen, sondern ihn bei Bedarf wieder ins Netz einspeisen können. Viele Modelle von Chevy, Cadillac und GMC sind bidirektional ladefähig — sie können also Energie ziehen und zurückgeben. Kundinnen und Kunden, die das Fahrzeug‑zu‑Haus‑System haben, erhalten ein automatisches Firmware‑Update.

GM nennt konkrete Größenordnungen: In den USA sind derzeit mehr als 250.000 bidirektionale Fahrzeuge unterwegs. Theoretisch könnten deren Batterien rund 120.000 Haushalte bis zu einer Woche mit Strom versorgen. Praktisch wird V2G vor allem zur Abfederung von Spitzenlasten und zur Verbesserung der Netzstabilität angeführt; für Besitzer kann das zudem Heiz-, Kühl‑ oder Ladevorgänge billiger machen bzw. Erlöse bringen.

Hürden: Regeln und Prozesse fehlen

Damit V2G großflächig funktioniert, sieht GM noch Hemmnisse: Es brauche klarere Regeln und einfachere Abläufe seitens Behörden und Netzbetreiber, damit Einspeisungen gehandhabt, abgerechnet und koordiniert werden können. Die Internationale Energieagentur (IEA) stuft V2G als Technologie mit hoher kurzfristiger Flexibilität ein, die helfen kann, künftige Netzausgaben zu reduzieren.

Praxis‑Projekte laufen schon

  • In Nordkalifornien arbeitet das Unternehmen mit PG&E an einem lokalen Verbund von 52.000 E‑Fahrzeugen für Grid‑Balancing‑Maßnahmen, geplant bis 2030.
  • In Michigan läuft ein Pilot mit DTE Energy, der bidirektionales Laden in 30 privaten Haushalten von Mitarbeitenden erprobt.

Natrium‑Ion für stationäre Speicher

Für großskalige Netzanwendungen stellt GM eine kommerzielle Speicherstrategie vor, die auf Natrium‑Ion‑Batterien setzt. Diese Chemie nutzt statt Lithium Natrium, was Beschaffungskosten senken soll; sie gilt als stabiler und sicherer (geringeres Brandrisiko) und bringt bessere Kaltleistung. GM positioniert Natrium‑Ion vor allem für stationäre Speicher — weil sie langlebig und kosteneffizient sind — und kooperiert dafür mit Peak Energy. Zusätzlich arbeitet GM mit Redwood Materials zusammen, um Speicherlösungen aus in den USA gefertigten Batterien und „Second‑Life“‑EV‑Akkupacks aufzubauen.

Für Fahrzeugakkus setzt GM weiter auf lithium‑mangan‑reiche (LMR) Zellen, mit dem Ziel, technologisch gegenüber China aufzuholen. Zur Einordnung: Manche Hersteller wie CATL sehen Natrium‑Ion als mögliche Alternative für einen großen Teil des Marktes, der derzeit LFP‑Zellen (lithium‑eisen‑phosphat) nutzt.

Einfacheres Laden mit „Energy Pass“ und NACS

GM bringt „Energy Pass“ in die Apps von Chevy, Cadillac und GMC. Damit können Fahrerinnen und Fahrer Ladepunkte verschiedener Anbieter (darunter Tesla, Electrify America, IONNA; später sollen EVgo und ChargePoint folgen) finden, Ladesitzungen starten und bezahlen — ohne bei jedem Netzbetreiber einen eigenen Account anlegen zu müssen. Für kommende Fahrzeuge plant GM die Unterstützung des Tesla‑Steckers und ‑Protokolls NACS, weil das Supercharger‑Netzwerk zu den stärkeren öffentlichen Ladenetzen gehört.

Hintergrund: GM Energy und das größere Ziel

GM bündelt diese Aktivitäten in GM Energy, der 2022 gestarteten Energiesparte. Sie bietet bereits Heimladegeräte, stationäre Batterien und V2H‑Kits an, mit denen ein Haus bei Stromausfall von der Auto‑Batterie versorgt werden kann. Mit dem Ausbau von V2G‑Funktionen, neuen Speicherarten und integrierten Ladeangeboten zielt GM darauf ab, Autos, Batteriespeicher und das Netz stärker zusammenarbeiten zu lassen.

Quellen

  • Quelle: General Motors
  • Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
  • Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.

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