GitHub meldet mehr minderwertige, KI‑generierte Pull‑Requests, die Maintainer stark belasten.
In Kürze
- Zunahme an unbrauchbaren PRs und Issues
- GitHub plant Limits, Banner und schnellere PR‑Navigation
- Automatische Triage und Zugangskriterien werden geprüft
Immer mehr Open‑Source‑Projekte bekommen Beiträge, die offenbar von KI‑Tools erstellt wurden — und deren Qualität ist oft mau. GitHub nennt das in seinem Blog „KI‑Slop“ (niedrigwertige, KI‑erzeugte Beiträge) und gibt zu, dass Maintainer dadurch stärker belastet sind. Gleichzeitig gibt es Stimmen aus der Community, die sagen, dass mehr Leute, die ihren ersten Pull‑Request einreichen, dem Ökosystem langfristig guttun können.
Was genau passiert?
- Viele Repositories sehen eine Zunahme an PRs und Issue‑Berichten, die wenig brauchbar sind: unvollständiger Code, irrelevante Kommentare oder automatisiert erzeugte Fehlermeldungen. Maintainer müssen diese Beiträge prüfen, filtern und oft wieder schließen — zusätzlicher Aufwand, der Zeit kostet.
- Das Problem ist konkret geworden: Das curl‑Projekt stoppte sein Bug‑Bounty‑Programm, weil es mit zu vielen KI‑generierten Sicherheitsberichten überschwemmt wurde. Projekte wie Ghostty nehmen inzwischen nur noch Einladungs‑PRs an, um die Qualitätskontrolle zu verschärfen.
Kurz erklärt: Ein Pull‑Request ist
eine Bitte, vorgeschlagene Code‑Änderungen in ein Projekt zu übernehmen. Maintainer sind die Personen, die ein Projekt pflegen und Beiträge prüfen.
Welche Maßnahmen stellt GitHub vor?
GitHub hat mehrere Schritte angekündigt, um Maintainer zu entlasten und den Aufwand zu reduzieren. Dazu gehören:
- Repository‑weit Pull‑Requests einschränken oder ganz abschalten, um die Zahl eingehender Beiträge gezielt zu senken.
- Banner, die sinnloses Kommentar‑Rauschen wie bloße „+1“-Reaktionen mindern sollen.
- Performance‑Verbesserungen bei Pull‑Requests und in der Issue‑Navigation — GitHub spricht von bis zu 67 % schnelleren Abläufen.
- Temporäre Interaktionslimits für bestimmte Nutzer in öffentlichen Repositories, um Missbrauch einzudämmen.
- Demnächst: Pull‑Requests direkt über die Benutzeroberfläche löschen können, damit Spam leichter entfernt werden kann.
Weitergehende Optionen in Prüfung
GitHub diskutiert außerdem mit Maintainer‑Communities weitergehende Tools wie kriterienbasierte Zugangsregeln und automatische Triage‑Werkzeuge, die Beiträge anhand projektdefinierter Regeln vorbewerten. Wichtig dabei: GitHub betont, dass solche Werkzeuge die Entscheidungsgewalt bei den Maintainer belassen und optional konfigurierbar sind, damit gutmeinende Erstbeitragende nicht unnötig abgeschreckt werden.
Tonfall des Blogposts
Im Blogpost steckt eine gewisse Spannung: GitHub erkennt das Problem an, relativiert es aber zugleich als Fortsetzung älterer Probleme mit „Rauschen“ in Issues und PRs. Auffällig bleibt, dass die Ankündigung ausgerechnet von GitHub kommt — einem Dienst unter dem Dach von Microsoft, das selbst stark in KI investiert.
Die Maßnahmen sollen vor allem den Alltag der Maintainer erleichtern und die Qualität der Beitragsflut kontrollierbarer machen, während Projekte zugleich Werkzeuge bekommen, um Missbrauch und Spam effizienter zu handhaben.
Quellen
- Quelle: GitHub
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




