Microsoft bestätigt: Copilot Chat verarbeitete über Wochen vertrauliche E‑Mails ohne Zustimmung.
In Kürze
- Auch als „confidential“ markierte Mails wurden fälschlich verarbeitet
- Fix wurde Anfang Februar verteilt, genauer Umfang unklar
- Europäisches Parlament blockierte KI‑Funktionen aus Datenschutzsorge
Fehler in Copilot Chat: Vertrauliche E‑Mails wurden über Wochen verarbeitet
Microsoft hat bestätigt, dass ein Fehler in seinem Copilot Chat dazu geführt hat, dass die KI über mehrere Wochen vertrauliche E‑Mails lesen und zusammenfassen konnte — ohne dass betroffene Kundinnen und Kunden dem zugestimmt hatten.
Der Vorfall wurde zuerst von Bleeping Computer gemeldet. Laut den Berichten trat der Fehler offenbar bereits im Januar auf und zog sich über mehrere Wochen hin. Betroffen war die Funktion Microsoft 365 Copilot Chat, die zahlenden Microsoft‑365‑Kund:innen als KI‑Chat in Office‑Apps wie Word, Excel und PowerPoint zur Verfügung steht.
Besonders heikel: Auch E‑Mails, die mit einem „confidential“-Label als vertraulich markiert waren, wurden fälschlich von Copilot Chat verarbeitet. Das galt sowohl für Entwürfe als auch für bereits gesendete Nachrichten. Damit konnten sensible Inhalte in die Verarbeitung durch Microsofts großes KI‑Modell gelangen — obwohl Sicherheitsregeln genau das eigentlich verhindern sollen.
Intern führt Microsoft den Vorfall unter dem Tracking‑Code CW1226324. Dem Unternehmen zufolge begann die Verteilung eines Fixes Anfang Februar. Auf konkrete Nachfragen, etwa wie viele Kund:innen betroffen sind oder welche Daten genau offengelegt wurden, hat Microsoft nach Angaben der Berichterstattung bisher nicht geantwortet.
Die Meldung hat auch praktische Folgen bei anderen Organisationen: Aus Sorge vor dem ungewollten Hochladen vertraulicher Inhalte hatte die IT‑Abteilung des Europäischen Parlaments kurz zuvor die eingebauten KI‑Funktionen auf dienstlichen Geräten blockiert.
Wenn du Microsoft 365 mit Copilot Chat nutzt, heißt das: Ein bestätigter Fehler hat die Möglichkeit geschaffen, dass vertrauliche E‑Mails vom KI‑Dienst verarbeitet wurden; Microsoft hat das Problem anerkannt und mit einem Fix begonnen. Wie groß der tatsächliche Umfang der Betroffenheit ist, bleibt derzeit unklar.
Quellen
- Quelle: Microsoft
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




