EU will ChatGPT und Roblox als Very Large Online Platforms einstufen.
In Kürze
- ChatGPT ~159 Mio., Roblox ~48 Mio. Nutzer
- Strenge DSA-Pflichten: Prüfungen, Reports, Bußen
- Konflikte: Jugendschutz bei Roblox, Desinfo/Datenschutz bei OpenAI
Die EU-Kommission plant laut Bloomberg, ChatGPT (OpenAI) und die Spieleplattform Roblox als Very Large Online Platforms (VLOP) einzustufen. Der Grund: Beide Dienste sollen in der EU über der Grenze von 45 Millionen monatlichen Nutzerinnen und Nutzern liegen — ChatGPT wird mit rund 159 Millionen, Roblox mit etwa 48 Millionen angegeben. Eine offizielle Bestätigung der Kommission liegt noch nicht vor; OpenAI und Roblox haben Bloomberg bislang nicht geantwortet.
Was der VLOP-Status bedeutet
- Die Einstufung erfolgt im Rahmen des Digital Services Act (DSA), dem EU-Gesetz, das besonders große Online-Dienste strenger regelt.
- VLOPs müssen unter anderem systematische Risikoanalysen durchführen, unabhängige Prüfungen zulassen, jährliche Transparenzberichte veröffentlichen und eine Abgabe an die Kommission leisten.
- Bei Verstößen drohen empfindliche Geldbußen von bis zu 6 % des weltweiten Jahresumsatzes.
Warum diese Einstufung auffällt
Bisher waren vor allem soziale Netzwerke und Onlinehändler als VLOP gelistet — Beispiele sind YouTube, Facebook, Instagram sowie zuletzt Shein und Temu. Gelingt die Einstufung, wären OpenAI und Roblox die ersten Vertreter aus den Bereichen KI-Anbieter bzw. Spielplattform unter diesen Vorgaben.
Mögliche Folgen für Roblox
Für Roblox ist die Frage besonders heikel wegen früherer Kritik am Jugendschutz in der Plattform. Das Unternehmen hat bereits strengere Kontrollen für Kontakte zwischen Kindern und bei Inhalten eingeführt, parallel aber sein Werbegeschäft ausgebaut. Der DSA verbietet unter anderem Werbung, die Minderjährige basierend auf ihrem Verhalten gezielt anspricht (sogenanntes Profiling), wenn das Alter bekannt ist — ein direkter Spannungsfall für werbliche Formate auf einer Kinder- und Jugendplattform.
Mögliche Folgen für OpenAI
Für OpenAI liegen die Schwerpunkte der Anforderungen vor allem auf Nachweisen, welche Maßnahmen gegen Desinformation sowie gegen Datenschutz‑ und Urheberrechtsverstöße ergriffen werden. Das umfasst dokumentierte Prozesse zur Risikobewertung, Meldewege und externe Prüfungen.
Stand der Dinge
Die Angaben zur Einstufung stammen aus dem Bloomberg-Bericht; eine offizielle Mitteilung der EU-Kommission steht noch aus. Sollte die Kommission die Einstufung vornehmen, würden die betroffenen Firmen bestimmte Fristen zur Umsetzung der DSA-Pflichten erhalten.
Quellen
- Quelle: EU-Kommission
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




