Newsguard & Pangram Labs: Echtzeit‑Feed gegen KI‑Content‑Farmen.
In Kürze
- 3.006 Sites, +300–500/Monat
- KI‑Scan + Prüfung
- Feed für DSPs & Marken
Newsguard und Pangram Labs stoppen nicht: Ein Echtzeit‑System gegen „KI‑Content‑Farmen“
Newsguard, der Medienanalyst, und Pangram Labs, Anbieter eines Tools zur Erkennung KI‑generierter Texte, haben ein Echtzeit‑System gestartet, das Websites identifiziert, die massenhaft von KI erzeugte Inhalte veröffentlichen — sogenannte KI‑Content‑Farmen. Bisher listet die Datenbank 3.006 Sites; die Zahl hat sich innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt und wächst aktuell um etwa 300–500 neue Seiten pro Monat.
So funktioniert das System
Pangram Labs läuft automatisiert über Webseiten und markiert Verdachtsfälle mittels KI‑Erkennung. Anschließend prüfen menschliche Analyst:innen die Treffer, um Fehlalarme auszusortieren. Eine Site wird dann als KI‑Content‑Farm eingestuft, wenn drei Kriterien erfüllt sind:
- ein großer Teil der Inhalte stammt aus KI,
- die Nutzung dieser KI wird nicht offengelegt, und
- die Seite wirkt auf Leser:innen wie eine normale Nachrichtenquelle.
Typische Merkmale der Seiten
Newsguard beschreibt ein klares Muster:
- generische Namen wie „Times Business News“,
- dutzende Artikel pro Tag, und
- eine hohe Frequenz an falschen Behauptungen — etwa zu Marken, Gesundheit, Politik oder Prominenten.
Viele dieser Seiten sehen aus wie Nachrichtenportale, ihre Inhalte sind aber häufig fehlerhaft oder irreführend.
Konkrete Fehlmeldungen als Beispiele
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Im Oktober 2025 behauptete die Site „News 24“ fälschlich, Coca‑Cola habe mit einem Rückzug vom Super‑Bowl‑Sponsoring gedroht; laut Newsguard ist Coca‑Cola kein Super‑Bowl‑Sponsor. Auffällig: Auf dieser Seite liefen Anzeigen bekannter Marken wie Expedia, AT&T, YouTube, Priceline, Hotels.com, Skechers und GoDaddy.
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Ein anderes Beispiel ist „CitizenWatchReport“, das fälschlich berichtete, zwei US‑Senatoren hätten 814.000 Dollar für Hotels in der Ukraine ausgegeben — eine Meldung, die später von russischen Staatsmedien aufgegriffen wurde.
Wie die Seiten Geld verdienen
Viele dieser Angebote sind klassische „Made for Advertising“‑Seiten: Sie existieren primär, um programmatische Werbeeinnahmen zu erzeugen. Programmatische Werbung bedeutet, dass Anzeigen automatisch gekauft und platziert werden, oft ohne manuelle Auswahl einzelner Seiten. Newsguard hatte zuvor festgestellt, dass in einem zweimonatigen Zeitraum 141 namhafte Marken auf solchen Seiten geworben hatten.
Was Werbetreibende jetzt tun können
Der neue Datenstrom, den Newsguard und Pangram Labs bereitstellen, lässt sich in Einkaufsplattformen integrieren oder direkt lizensieren. Optionen für Advertiser:
- Integration in Einkaufsplattformen wie The Trade Desk,
- direkte Lizensierung durch Marken und Mediaagenturen,
- Nutzung der Listen, um automatische Ausschlüsse in Kampagnen einzurichten und belegbare Platzierungen zu vermeiden.
Sichtbarkeit in Google‑Diensten
Ein weiteres Problem: Die identifizierten KI‑Content‑Farmen tauchen in Google News und Google Discover auf und erzielen dort hohe Sichtbarkeit. Newsguard schreibt, Google filtere die Seiten offenbar nicht konsequent und habe in vielen Fällen über sein Adsense‑Programm mit den Anzeigen auf diesen Seiten Einnahmen erzielt.
Die Datenbank wächst weiter, und der neue Feed ist ab sofort verfügbar — vor allem für Werbekunden, die ihre programmatischen Platzierungen sauberer machen möchten.
Quellen
- Quelle: Newsguard / Pangram Labs
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




