OpenAI führt, doch Anthropic und Google bauen Marktanteile aus. Firmen nutzen mehrere Modelle und geben deutlich mehr für KI aus.
In Kürze
- OpenAI produktiv bei 78 % der Firmen
- Anthropic wächst schnell auf 44 %; Google gewinnt in vielen Bereichen
- KI‑Ausgaben stiegen 2024→2025 um 180 %
OpenAI weiter vorn — aber Anthropic und Google holen auf
Eine aktuelle a16z-Umfrage unter 100 CIOs großer Unternehmen (Global 2000, Umsatz ≥ 500 Mio. USD) zeichnet ein klares Bild: Der Markt für Unternehmens-KI ist kein Flickenteppich mit vielen gleichwertigen Anbietern, sondern ein Oligopol einiger dominanter Player. OpenAI führt derzeit, doch Anthropic und Google bauen ihren Einfluss deutlich aus. (Hinweis: a16z ist Investor in OpenAI.)
Wer nutzt welche Modelle?
- 78 % der befragten Firmen setzen OpenAI-Modelle produktiv im Echtbetrieb ein.
- Anthropic wächst schnell: Die Enterprise‑Penetration stieg seit Mai 2025 um 25 % und liegt nun bei 44 %.
- Aktuell entfallen etwa 56 % der Ausgaben für KI‑Modelle auf OpenAI; für 2026 erwarten die CIOs, dass OpenAI immer noch bei rund 53 % liegt, während Anthropic und Google jeweils etwa 18 % des Budgets auf sich ziehen sollen.
Stärken der Anbieter nach Einsatzfeld
- OpenAI dominiert bei allgemeinen Chatbots, Wissensmanagement und Kundensupport.
- Anthropic ist vorn bei Softwareentwicklung und Datenanalyse.
- Google (Gemini) zeigt in vielen Bereichen gute Leistungen, fällt jedoch im Coding-Bereich zurück.
Welche Modellversionen laufen?
- Bei Anthropic nutzen rund 75 % der Kunden bereits die neuesten Modelle Sonnet 4.5 oder Opus 4.5.
- Bei OpenAI sind nur 46 % der Firmen mit GPT‑5.2 oder 5.2 Pro unterwegs; viele setzen weiterhin auf ältere Versionen, die für ihre Zwecke „gut genug“ sind.
- Insgesamt verwenden 81 % der Unternehmen inzwischen drei oder mehr verschiedene Modellfamilien — vor weniger als einem Jahr lag dieser Wert noch bei 68 %.
Open Source versus proprietär
- Eine breite Open‑Source‑Wende in Großunternehmen ist bisher ausgeblieben. Über ein Drittel der Befragten bevorzugt proprietäre, geschlossene Modelle — und diese Tendenz wächst.
- Genannte Gründe: kommerzielle Modelle werden schneller weiterentwickelt, es fehlt an internem KI‑Personal, und es bestehen Datensicherheitsbedenken.
- Parallel dazu ist das Vertrauen in führende Labs wie OpenAI und Anthropic in den letzten zwei Jahren deutlich gestiegen.
Plattformen und Produktpräferenzen
- Microsoft dominiert viele Unternehmens‑KI-Produkte: Microsoft 365 Copilot hat bei den Befragten mehr als 90 % bezahlte Lizenzen; GitHub Copilot ist im Coding‑Bereich bei etwa 74 % im Einsatz.
- Tools wie Salesforce Agentforce, ServiceNow AI Agents, Google Workspaces und Workday AI sind weniger verbreitet, werden aber vielfach getestet.
- 65 % der Firmen bevorzugen Lösungen etablierter Anbieter — als Gründe nennen sie Vertrauen, bessere Integration und einfachere Beschaffung. Investoren sehen dagegen weiter Potenzial für schnellere Innovation durch KI‑Startups.
Kostenentwicklung
- Die durchschnittlichen Ausgaben für große Sprachmodelle stiegen von rund 2,5 Mio. USD (2024) auf etwa 7 Mio. USD (2025) — ein Plus von 180 %, deutlich mehr als die prognostizierten 80 %.
- Für 2026 erwarten die CIOs weitere Steigerungen auf durchschnittlich etwa 11,6 Mio. USD (+65 %).
Was das praktisch heißt
Unternehmen investieren deutlich mehr in KI, verteilen ihre Budgets auf mehrere Anbieter und setzen oft auf bewährte, geschlossene Lösungen. Gleichzeitig verschiebt sich die Marktmacht: Aus einem klaren OpenAI-Vorsprung wird ein Dreikampf zwischen OpenAI, Anthropic und Google — mit starken Segmentunterschieden je nach Anwendungsfeld.
Quellen
- Quelle: OpenAI / Anthropic
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




