DistroKid entfernt vereinzelt Songs nach UMG‑Klagen; viele Künstler bemängeln fehlende Kommunikation.
In Kürze
- UMG‑Klagen führen zu Löschungen
- Künstler oft ohne Vorwarnung
- Support meist Bot, Widerspruch mühsam
Stell dir vor, du loggst dich in deinen Künstler‑Account ein – und einige Songs sind plötzlich weg. Genau das berichten derzeit mehrere DistroKid‑Nutzende: Tracks und ganze Alben wurden ohne Vorwarnung entfernt, und viele Künstler geben an, erst auf Nachfrage Antworten bekommen zu haben.
Was DistroKid sagt
DistroKid bestätigte gegenüber The Verge, dass die Löschungen eine direkte Reaktion auf Klagen der Major‑Plattenfirma UMG sind. UMG hatte im September Klage eingereicht und DistroKid vorgeworfen, eine sogenannte „AI‑slop pipeline” aufgebaut zu haben – also Vorwürfe im Zusammenhang mit KI‑gestützten Inhalten. DistroKid bestreitet die zugrundeliegenden Anschuldigungen, räumt aber ein, dass nur eine sehr kleine Anzahl von Aufnahmen entfernt wurde. Amanda Ferri, Vizepräsidentin für Artist Services, sagte dem Bericht zufolge, man bedauere die Störungen für Betroffene und arbeite daran, die Auswirkungen zu minimieren, während man Künstlern weiterhin das Veröffentlichen ermöglichen wolle.
Beschwerden von Künstlern
Viele Betroffene beklagen vor allem die fehlende Kommunikation. Laut Berichten gab es weder eine Vorwarnung noch eine Erklärung seitens DistroKid; einige Künstler mussten mehrfach nachhaken, bevor sie überhaupt eine Antwort bekamen. Auch der Support wird kritisiert: Zunächst antwortet oft ein Bot, Live‑Agenten seien schwer erreichbar.
Konkrete Fälle
- McGwire, der sich selbst als „Video Game boy” bezeichnet, berichtet, sechs seiner Songs seien entfernt worden. Betroffen seien unter anderem ein lizenziertes Cover von Stevie Wonders „Isn’t She Lovely” und ein Track mit einem Beat, den er über einen Marktplatz gekauft und lizenziert hatte. Ein weiterer Titel sei angeblich wegen eines nicht freigegebenen Samples entfernt worden – obwohl der vermeintlich gesampelte Song erst zwei Jahre nach McGwires Veröffentlichung erschienen sein soll.
- Rapper Insane Ian sagt, ein Originalsong sei ohne Vorwarnung entfernt worden; DistroKid habe keinen Grund genannt.
- King Chase berichtet, ein komplettes Album eines Künstlers, mit dem er arbeitet, sei nach drei bis vier Jahren ohne Zwischenfälle gelöscht worden, obwohl es keine Copyright‑Strikes gab.
Kritik am Kundenservice
Musikproduzent Jesse Cannon bemängelt, DistroKid habe vor etwa zwei Jahren die Kundenbetreuung vernachlässigt. Seiner Ansicht nach hätten Künstler zumindest eine Möglichkeit zum Widerspruch oder eine Vorwarnung verdient. Er zitiert außerdem Aussagen ehemaliger Mitarbeiter, wonach der Kundenservice intern zunehmend als Kostenfaktor angesehen worden sei.
Die Lage kurz zusammengefasst
Die Löschungen stehen laut DistroKid in direktem Zusammenhang mit den UMG‑Klagen rund um KI‑Vorwürfe. Viele Künstler ärgern sich aber weniger über die Ursache als über das Vorgehen: fehlende Erklärungen, mühsame Support‑Wege und entfernte Veröffentlichungen, deren Rechtmäßigkeit für die Betroffenen nicht nachvollziehbar ist. DistroKid gibt an, die Auswirkungen zu begrenzen und an Lösungen zu arbeiten, während der Rechtsstreit mit UMG weiterläuft.
Quellen
- Quelle: DistroKid / Universal Music Group
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




