China plant 2 Billionen Yuan für nationales KI‑Rechenzentrum‑Netz

12.06.2026 | Allgemein, KI

Peking will bis 2028 ein landesweites KI‑Rechenzentrum‑Netz bauen und 2 Billionen Yuan investieren. Fokus: staatliche Finanzierung, heimische Chips und Telekom‑Betreiber.

In Kürze

  • 2 Billionen Yuan staatliche Investition für KI‑Rechenzentren
  • Finanzierung vor allem über langfristige Staatsanleihen und Fonds
  • Mindestens 80% Kerntechnologie aus chinesischer Produktion, Huawei als wichtiger Lieferant

China will in den nächsten fünf Jahren massiv in KI-Rechenzentren investieren

Geplant sind rund 2 Billionen Yuan (etwa 295 Milliarden US-Dollar), die staatlich finanzierte Anlagen aufbauen sollen. Bis 2028 sollen diese Zentren zu einem landesweiten „National Computing Network“ verbunden werden, das getrennte Rechenressourcen bündelt und ähnlich wie ein öffentliches Versorgungsnetz funktionieren soll. Bloomberg berichtet, dass die Pläne noch in einem frühen Stadium sind und von der Nationale Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC) sowie dem Finanzministerium ausgearbeitet werden.

Wie das Programm bezahlt werden soll

Die Hauptfinanzierung soll über langfristige Staatsanleihen mit Laufzeiten über zehn Jahre erfolgen. Ergänzend sind staatliche Industriefonds, Bankkredite und privates Kapital vorgesehen. Betreiber der Rechenzentren werden vorrangig staatliche Telekomkonzerne wie China Mobile und China Telecom sein.

  • Staatliche Industriefonds
  • Bankkredite
  • Privates Kapital

Heimische Technologie im Vordergrund

Politisch ist vorgesehen, mindestens 80 Prozent der eingesetzten Kerntechnologien – etwa KI‑Chips, Beschleuniger und Netzwerktechnik – von chinesischen Anbietern zu beziehen. Huawei gilt als wichtiger Hardwarelieferant. Damit zielt das Programm darauf ab, Chinas Abhängigkeit von ausländischen Zulieferern wie Nvidia zu verringern und die Kontrolle über kritische Komponenten zu stärken.

Kontext: staatliche Zahlen vs. private Investitionen

Die genannten 2 Billionen Yuan beziehen sich nur auf staatliche Ausgaben; Großinvestoren aus der Privatwirtschaft wie Alibaba oder Tencent sind darin nicht enthalten. Verglichen mit den KI‑Investitionen großer US‑Firmen wirkt das Volumen zwar kleiner, allerdings sind Bau und Betrieb von Rechenzentren in China oft kostengünstiger — unter anderem wegen niedrigerer Personalkosten.

Ein Teil eines größeren Infrastrukturprogramms

Das Vorhaben gehört zum sogenannten „Six Networks“-Programm, das auch Strom-, Kommunikations- und Dateninfrastruktur umfasst. Unter Einrechnung dieser weiteren Bereiche könnten die Ausgaben insgesamt mehr als 5 Billionen Yuan erreichen.

  • Strominfrastruktur
  • Kommunikationsinfrastruktur
  • Dateninfrastruktur

Technische Fortschritte bei lokalen Anbietern

Parallel dazu treiben chinesische Firmen ihre Chipentwicklung voran: Alibaba hat laut Berichten den KI‑Beschleuniger Zhenwu M890 vorgestellt. Er soll etwa dreimal so leistungsstark sein wie sein Vorgänger und sowohl für Training als auch Inferenz ausgelegt sein. Technische Eckdaten: 144 GB On‑Chip‑Speicher und eine Interchip‑Bandbreite von 800 GB/s, was schnelle Datenflüsse zwischen Chips ermöglicht. Telepolis hat diese Entwicklung analysiert.

  • 144 GB On‑Chip‑Speicher
  • Interchip‑Bandbreite von 800 GB/s

Marktreaktion

Erste Marktreaktionen zeigten sich an den Börsen: Rechenzentrumsbetreiber wie GDS Holdings und VNET Group verzeichneten im US‑Vorhandel Kursgewinne im zweistelligen Bereich.

Kurz gesagt: Peking plant ein groß angelegtes staatliches Bauprogramm für KI‑Infrastruktur mit starker Ausrichtung auf heimische Technologie, staatlicher Finanzierung und dem Ziel, Chinas Unabhängigkeit bei KI‑Rechenkapazitäten zu stärken.

Quellen

  • Quelle: China
  • Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
  • Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.

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