China startet KI‑Offensive: neue Welt‑KI‑Organisation und Ausbildungsprogramme.
In Kürze
- WIKO: 29 Staaten
- 5.000 Plätze für Globalen Süden
- Kritik an US‑Exporten
China stellt sich mit einer groß angelegten KI-Offensive als Gegenpol zum Westen auf
Auf der World AI Conference in Shanghai hat Präsident Xi Jinping eine Reihe von Initiativen vorgestellt, mit denen China seinen Einfluss in der weltweiten KI‑Politik ausbauen will. Zentraler Punkt: Die Gründung einer neuen internationalen Organisation und ein Ausbildungsprogramm für Staaten des „Globalen Südens“.
Neue Organisation in Shanghai, keine westlichen Gründungsmitglieder
Am Donnerstag besiegelten 29 Staaten die Gründung der „World Artificial Intelligence Cooperation Organization“ (WIKO) mit Sitz in Shanghai. Die Idee zu WIKO war bereits 2025 vorgeschlagen worden. Zu den Gründungsmitgliedern zählen unter anderem Russland, Brasilien, Südafrika, Pakistan und Indonesien — westliche Länder sind nicht vertreten. Mit WIKO baut China eine eigene Plattform für Zusammenarbeit und Governance im KI‑Bereich auf.
- Russland
- Brasilien
- Südafrika
- Pakistan
- Indonesien
Ausbildungsoffensive für den „Globalen Süden“
Xi kündigte an, in den nächsten fünf Jahren 5.000 Ausbildungsplätze im Bereich Künstliche Intelligenz für Länder des „Globalen Südens“ bereitzustellen. „Globaler Süden“ wird dabei vor allem im Sinne von Entwicklungsländern verstanden. Das Programm zielt auf Wissenstransfer und Kapazitätsaufbau bei Forschung, Anwendung und Regulierung von KI.
Kontrolle, aber Kritik an Exportbeschränkungen
Auf der Konferenz betonte Xi, dass KI unter menschlicher Kontrolle bleiben müsse. Gleichzeitig übte er Kritik an einer zu weiten Berufung auf nationale Sicherheitsinteressen im KI‑Kontext — ein Hinweis auf die jüngsten US‑Exportkontrollen für KI‑Chips und KI‑Technologie. (KI‑Chips sind spezialisierte Prozessoren, die Berechnungen für KI‑Modelle beschleunigen.)
Ökonomische Dimension: „Smart Economy“
Xi schätzte die chinesische „Smart Economy“ — also den Wirtschaftsbereich, der KI und digitale Technologien einsetzt — auf mindestens eine Billion Renminbi, was rund 125 Milliarden Euro entspricht. Damit unterstreicht China auch die wirtschaftliche Bedeutung der geplanten Maßnahmen.
Strategischer Kontext
Analytisch betrachtet setzt China auf regionale Bündnisse und eigene Institutionen, um in der globalen KI‑Governance eine aktivere Rolle einzunehmen und sich gegenüber westlichen Initiativen als alternative Anlaufstelle zu positionieren. Die Kombination aus einem internationalen Organisationsangebot, Ausbildungsprogrammen und wirtschaftlicher Verankerung soll dieses Netzwerk vorantreiben.
Quellen
- Quelle: China / World Artificial Intelligence Cooperation Organization
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




