ChatGPT verbindet sich in den USA mit Apple Health – kritische Datenschutzfragen bleiben.
In Kürze
- Zugriff auf Schritte, Herzfrequenz und Schlafdaten
- Nur mit deiner expliziten Zustimmung
- Keine HIPAA‑Absicherung; Mediziner warnen vor Fehlinterpretationen
OpenAI hat Ende letzter Woche in den USA die angekündigte Verbindung von ChatGPT mit Apple Health gestartet.
Du kannst dem Chatbot jetzt erlauben, auf Gesundheitsdaten deines iPhones oder deiner Apple Watch zuzugreifen — etwa Sensorwerte wie Schrittzahl, Herzfrequenz oder Schlafdaten — sowie auf digitale Gesundheitsakten, die in Apple Health gespeichert sind.
Zunächst ist das Feature nur in den USA verfügbar; zuvor wurde es mit ausgewählten Nutzern getestet. Zusätzlich besteht eine Schnittstelle zu US‑Gesundheitsdiensten wie MyChart, über die Kliniken Patientendaten bereitstellen, sodass auch Befunde aus Kliniken eingebunden werden können.
OpenAI beschreibt den Nutzen so: ChatGPT soll bei gesundheitsbezogenen Fragen hilfreicher sein, indem es:
- neue Testergebnisse mit früheren vergleicht
- Veränderungen seit dem letzten Arztbesuch zusammenfasst
- Schlaf und Aktivität in Beziehung setzt
Laut OpenAI fragen bereits mehr als 300 Millionen ChatGPT‑Nutzer zu Gesundheitsfragen.
Wichtig für die Nutzung ist die Einwilligung: Die Daten werden nur genutzt, wenn du sie explizit freigibst. OpenAI verspricht:
- die Informationen nicht ohne deine spezifische Einwilligung weiterzugeben
- die Daten nicht zu verkaufen
- die Daten nicht für Werbung zu verwenden
Gleichzeitig gibt es wichtige Einschränkungen: ChatGPT unterliegt nicht der US‑Gesundheitsdatenschutzregel HIPAA. OpenAI weist außerdem darauf hin, dass Modelle weiter verbessert und dafür auch Nutzerdaten verwendet werden können. Deshalb hilft der übliche Tipp, Chats temporär zu halten, hier nur begrenzt: ChatGPT Health arbeitet mit deinen in Apple Health gespeicherten Daten, sodass gespeicherte Informationen weiterhin einfließen können.
Mediziner warnen vor praktischen Risiken:
- Nutzende laden häufig komplette Befunde hoch.
- Das kann die Beratung erleichtern, führt aber auch zu Fehlinformationen, wenn die KI Befunde falsch interpretiert oder Kontext fehlt.
- OpenAI betont, ChatGPT solle Nutzer unterstützen, nicht medizinische Fachkräfte ersetzen.
Ausblick: OpenAI plant, ChatGPT Health künftig mit weiteren Apps und Wearables zu verbinden, um den Datenzugang zu erweitern. Zunächst bleibt die Funktion aber auf den US‑Markt beschränkt.
Quellen
- Quelle: OpenAI
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




