BMDS baut souveräne KI‑Cloud als PaaS für Bund, Länder und Kommunen.
In Kürze
- 250 Mio. Euro Auftrag an T‑Systems/SAP
- SVA/Schwarz Digits/Codesphere als Zweitzuschlag
- Zero‑Trust, BYOK und Kaltstart senken Risiko und Kosten
Das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) hat einen knapp 250‑Millionen‑Euro‑Auftrag vergeben: Eine eigene, als „souverän“ bezeichnete KI‑Cloud soll entstehen – als Platform‑as‑a‑Service (PaaS). PaaS bedeutet hier, dass Behörden eine fertige Plattform mit Infrastruktur und Entwicklungswerkzeugen bekommen, um KI‑Anwendungen zu bauen und zu betreiben, ohne jede technische Schicht selbst verwalten zu müssen.
Wer liefert was
Den Hauptauftrag erhalten T‑Systems (Deutsche Telekom) und SAP, die PaaS‑Dienste für KI‑Anwendungen bereitstellen sollen.
- Einen zweiten Zuschlag bekam ein Konsortium unter Führung von SVA (System Vertrieb Alexander) gemeinsam mit Schwarz Digits (Schwarz‑Gruppe) und Codesphere.
- SVA wird Architektur und Integration verantworten, Schwarz Digits die BSI‑zertifizierte Cloud‑Infrastruktur (Stackit) liefern und Codesphere die Plattformschicht übernehmen.
Eine Klage von Adesso/Google gegen die Vergabe wurde zurückgezogen, sodass das Projekt nun starten kann.
Wozu das Ganze dienen soll
Ziel ist ein gemeinsamer technischer Unterbau für Bund, Länder und Kommunen – leistungsfähig, sicher und an Europa anschlussfähig. Das Vorhaben ist Teil des sogenannten Deutschland‑Stacks. Das BMDS und die beteiligten Firmen setzen auf offene Standards, einheitliche Schnittstellen und Open‑Source‑Komponenten, um eine Abhängigkeit von einzelnen Anbietern zu vermeiden.
Was die Plattform leisten wird
Die geplante Plattform soll eine zentrale Entwicklungsumgebung für containerisierte KI‑Anwendungen bieten. Container bündeln Programme mit ihren Abhängigkeiten und machen Deployments flexibel und skalierbar.
- Die Bandbreite der nutzbaren Lösungen reicht von klassischen Fachverfahren der Verwaltung
- über Dokumentenverarbeitung und Wissensmanagement
- bis zu generativen Diensten.
Eine erste praktische Anwendung ist bereits vorgesehen: Kipitz, die bundeseigene KI‑Lösung als Assistent für Verwaltungsvorgänge — etwa bei Dokumentenbearbeitung, Übersetzungen oder zur Beschleunigung von Planungs‑ und Genehmigungsverfahren. Kipitz läuft künftig auf der souveränen Infrastruktur; SVA betreut die Lösung schon heute im ITZBund, was einen nahtlosen Übergang erleichtern soll.
Sicherheit und Betriebskosten
Datensicherheit soll durch eine strikte Zero‑Trust‑Architektur gewährleistet werden: Keinem System wird automatisch vertraut, alle Zugriffe werden geprüft. Behörden behalten die Kontrolle über ihre Verschlüsselungsschlüssel via „Bring Your Own Key“, sodass externe Parteien keinen einfachen Zugriff auf sensible Schlüssel erhalten. Codesphere bringt eine „Kaltstart‑Technologie“ ein, die bei rechenintensiven Anwendungen die laufenden Ressourcenkosten um bis zu 90 Prozent senken kann.
Was jetzt passiert
Mit dem Rückzug der Beschwerde kann die Umsetzung beginnen. Zwei Konsortien unter Leitung von T‑Systems/SAP sowie SVA/Schwarz Digits/Codesphere sollen in den kommenden Monaten die Plattform liefern und in Betrieb nehmen, finanziert mit knapp 250 Millionen Euro aus Bundesmitteln.
Quellen
- Quelle: Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) / T-Systems / SAP / SVA
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




