Bericht: xAI soll Claudes Ausgaben zur Nachschulung eigener Coding-Modelle verwendet haben.
In Kürze
- Distillation mit Claude-Antworten
- Zugriff angeblich über private Accounts und Blackbox AI
- Interne Abgänge, Datenverlust und Vermietung von Rechenleistung
Elon Musks KI-Labor xAI soll über Monate heimlich ein Konkurrenzmodell genutzt haben, um eigene Coding-Modelle zu trainieren. Das berichtet The Information und beschreibt eine Reihe von Vorwürfen gegen das Startup.
Was genau passiert sein soll
Dem Bericht zufolge hat xAI Claudes Ausgaben — also die Antworten des Modells von Anthropic — für ein sogenanntes Destillationsprojekt eingesetzt. Bei Distillation wird ein eigenes Modell direkt mit den Ergebnissen eines anderen Modells trainiert: praktisch lässt man das eigene System „nachlernen“ an den Antworten eines anderen Modells, anstatt alle Informationen direkt aus Rohdaten zu gewinnen.
Zugriff trotz Sperre
Als Anthropic im Januar den offiziellen Zugang zu Claude kappte, sollen xAI-Ingenieure trotzdem weitergearbeitet haben — angeblich über private Accounts und über den Vermittlungsdienst Blackbox AI, um weiter auf Claude zugreifen zu können.
Musk vor Gericht
In einem Rechtsstreit mit OpenAI sagte Elon Musk vor Gericht, xAI habe «teilweise» Modelle von OpenAI zum Training seines Chatbots Grok genutzt. Musk argumentierte demnach, dass solche Praktiken in der Branche üblich seien. Das Eingeständnis betraf OpenAI-Modelle; die Vorwürfe gegenüber Anthropic kommen aus dem The Information-Bericht.
Interne Probleme bei xAI
Der Bericht zeichnet zudem ein Bild personeller Turbulenzen: Das Pretraining-Team — also das Team, das ein Modell in der ersten, großen Lernphase aufsetzt — sei auf unter fünf Personen geschrumpft. Vier Leiter des Grok-Code-Teams sowie mehrere Mitgründer hätten das Unternehmen innerhalb weniger Monate verlassen.
Datenpanne und verlorene Arbeit
Ein Mitarbeiter soll zentrale Trainingsdaten versehentlich gelöscht haben; der Fehler habe 2–3 Wochen Arbeit gekostet. Solche Verluste können besonders bei großen Modellen erhebliche Verzögerungen und Zusatzaufwand bedeuten.
Rechenleistung wird extern genutzt
Die große, von xAI eingekaufte Rechenleistung werde offenbar nicht vollständig intern für Modelltraining verwendet. Stattdessen vermietet Musk die Kapazität inzwischen über SpaceX an Anthropic und neuerdings auch an Google — zunächst offenbar als Zwischenlösung.
Quelle und Kontext
Die Informationen stammen aus einem Bericht von The Information, der Einzelheiten zu Methoden, internen Abläufen und personellen Problemen bei xAI zusammenführt.
Quellen
- Quelle: xAI / Anthropic
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




