Ab 3. März liest eine KI Verkehrs- und Wetterinfos in ARD-Pop-Sendungen vor.
In Kürze
- KI in Pop‑Shows, ausgestrahlt auf mehreren ARD‑Sendern
- Texte redaktionell verfasst und geprüft; akute Gefahrenmeldungen bleiben live
- Stimmen basieren auf Moderator:innen‑Vorlagen; Einsätze werden gekennzeichnet
Ab 3. März liest eine KI-Stimme Verkehrs- und Wettermeldungen in mehreren ARD-Radiosendungen vor — aber nicht alles bleibt dem Algorithmus überlassen.
Was genau passiert?
Die ARD setzt in den Gemeinschaftsprogrammen „Pop – Die Abendshow“ und „Popnacht“ KI-generierte Stimmen für Verkehrs- und Wettermeldungen ein.
Gesendet werden die Beiträge auf:
- hr3
- rbb 88.8
- MDR JUMP
- NDR 2
- Bremen Vier
- SR 1
- SWR3
- WDR 2
Produziert werden die Sendungen von SWR3. Die gemeinsamen Formate waren Anfang 2025 gestartet.
Welche Einschränkungen gelten?
Akute Gefahrenmeldungen bleiben live und werden weiterhin von den Redaktionen durchgegeben. Die KI liest ausschließlich Texte vor, die zuvor von Redakteurinnen und Redakteuren geschrieben und geprüft wurden.
Sie darf keine eigenen Meldungen erzeugen oder vorhandene Texte verändern. Die ARD betont ausdrücklich, dass das System die Mitarbeitenden nicht ersetzen soll.
Transparenz, Stimmen und Technik
Jede Sendung mit KI-Stimme wird mit einem Hinweis für die Hörerinnen und Hörer versehen, dass die Stimme künstlich erzeugt wurde. Die eingesetzten Stimmen basieren auf den Stimmen aus dem Moderationsteam.
Entwicklung und Konfiguration des Sprachsystems erfolgten in Zusammenarbeit von SWR und WDR; Datenschutz und Sicherheit sind dabei zentrale Aspekte.
Einordnung ins Medienfeld
Die ARD-Aktion folgt einer bereits zwischen öffentlich-rechtlichen Sendern vereinbarten Linie: ZDF, Deutschlandradio und Deutsche Welle hatten Regeln zur KI-Nutzung beschlossen, nach denen KI eingesetzt werden darf, wenn sie journalistisch nützt, nachhaltig ist und transparent angewandt wird.
Bei privaten Radiosendern ist der KI-Einsatz weiter verbreitet — etwa nachts, wenn KI-generierte Musik gespielt wird und dafür häufig keine GEMA-Abgaben anfallen. Auch im Podcastbereich gibt es Beispiele: Der heise-Podcast „Kurz informiert“ nutzt seit 2022 eine KI-Stimme der Moderatorin Isabel Grünewald.
Quellen
- Quelle: ARD
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




